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Hakan Nesser
 
 
 
Ruth Nestvold
Flamme und Harfe
 
Original: Yseult
Verlag: Penhaligon
Format: Gebundene Ausgabe, 704 S.
ET: 01 / 2009
Preis: 19,95 €
ISBN: 9783764530174
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Klapptext:
Ihre unsterbliche Liebe sollte die Welt verändern

Ein dramatisches und romantisches Fantasy-Epos, das seinesgleichen sucht - ein unvergesslicher Roman nicht nur für die zahllosen Leserinnen von Marion Zimmer Bradleys "Die Nebel von Avalon".

Einst, zu einer Zeit jenseits der Geschichte, saß eine Frau, so schön wie der Mond, auf einem Pferd und betrachtete ein Feuer. Das Feuer ist Teil der Geschichtsschreibung. Die Frau jedoch ist Teil der Legenden ...

Tristan und Isolde, Tristram und Isot, Essylt und Drust, Yseult und Drystan: Die Namen haben sich im Laufe der Zeit geändert, Liebende aber waren sie immer - und ihr Schicksal wurde nie vergessen.

Die meisten Erzählungen über sie beginnen mit dem Mann. Diese beginnt mit der Frau.
 
Grosse-Literatur.de-Rezensionen:
Tristan und Isolde – die Legende einer unsterblichen Liebe, die die Autorin dazu veranlasst hat, ihre eigene Version zu schreiben, und das ist ihr überraschend gut gelungen.

Yseult die Schöne ist Nachfahrin der magiebegabten Menschen Erius (Irlands) – den Feadh Ree. Yseult besitzt die Gabe des Rufes, ihre Cousine Brangwyn die Gabe des Wandels und ihre Mutter, Yseult die Weise, besitzt alle drei Gaben – auch die des Wissens. Und doch sind unruhige Zeiten in den irischen Völkern angebrochen. Der stetige Kampf zwischen den Ländern und der unaufhaltsam wachsende christliche Glaube des Volkes, drängt die alten Bräuche und Sitten immer weiter in den Hintergrund. In dieser Zeit der Veränderung ist es an Yseult der Schönen, sich in den schwer verletzten Barden Tandrys zu verlieben. Doch Tandrys ist eigentlich Drystan von Dumnonia, der Mann, der Yseults Onkel Murchad in einem Zweikampf tötete, und den umzubringen Yseult geschworen hat. Als Yseult Tandrys wahre Identität herausfindet, muss er fliehen, vor den erainnischen Menschen, die ihm zu Freunden geworden sind und vor der Liebe seines Lebens wegen der er sein altes Leben in Britannien beinahe aufgegeben hätte. Drystan flieht in die Truppen Arthurs, die gegen die vordringenden Sachsen ankämpfen. Doch als sein Vater, Marcus Cunomorus, einen zweifelhaften Frieden mit Eriu aushandelt und Yseult zur Frau erhält, beginnt ein auf und ab der Gefühle zwischen Drystan und Yseult. Wird ihre Liebe einen Weg zum Glück finden?

Die Legende um Tristan und Isolde ist hierzulande nicht so weit verbreitet wie Shakespeares Tragödie von Romeo und Julia. Vielleicht stammt der Mythos der Liebenden ebenso aus der Feder eines frühen nordischen „Schriftstellers“ oder Barden, vielleicht steckt auch ein Körnchen Wahrheit in der tragischen Überlieferung. Ruth Nestvold hat mit „Flamme und Harfe“ der Legende ihre eigene Stimme verliehen. Sie hat Figuren erschaffen, die einem richtig nahe gehen, deren Seelenschmerz irgendwie auch der eigene wird und eine Welt, die durchaus so existiert haben könnte.

Detailreich schildert die Autorin das Geschehen in Britannien, Drystans Kampf an der Seite Arthurs in zahlreichen Schlachten - gegen die Sachsen und Iren - und schafft es dabei eine, wenngleich beklemmende, dichtgewebte und realistische Atmosphäre eines frühen Britanniens zu schildern. Als Leser ist man mitten in den Kriegen dabei, an der Seite Drystans und kommt nicht umhin das Erzähltalent der Autorin zu bewundern. Doch wenn Ruth Nestvold auch ein besonderes Gespür für die frühe Geschichte und deren Verweben in diesen Roman besitzt, so passiert doch lange, lange nichts als endloses Schlachten und Bangen, Sehnen und Kämpfen. Irgendwann ist man sogar mit den Anhängern und Heerführern Arthurs so vertraut, dass man selbst um ihr Leben in einem weiteren Kampf bangt.

Yseults Heimat Eriu und deren dramatische Veränderung durch die Zunahme des Christums, beschreibt die Autorin besonders einfühlsam. Jedoch hatte ich zu Beginn meine liebe Not die vielen irischen Namen von Personen, von Ländern und Orten auseinanderzuhalten und quälte mich die ersten Seite durch immer neue – manchmal kaum auszusprechende – Begriffe.

Die Liebe zwischen Yseult und Drystan wird im eigentlichen größtenteils durch die unsagbare körperliche Anziehungskraft der beiden ausgedrückt. Und, fast immer, wenn die beiden sich sehen, darf man auf einen neuen „Liebesakt“ gespannt sein. Die aufrichtige Liebe zwischen ihnen kommt eigentlich nur durch das nacheinander Sehnen so richtig zur Geltung. Für meine Begriffe bleibt ihre Liebe bis zu einem dreiviertel des Buches sehr oberflächlich und ist eigentlich nur mit körperlicher Gier nacheinander zu beschreiben. Yseult weist Drystan immer wieder zurück als er mit ihr durchbrennen will – aus den unterschiedlichsten Gründen, immer wieder und wieder. Irgendwann ist es auch für den Leser frustrierend. Und als ihre Liebe endlich greifbar wird, sie endlich den Mut fassen ein Leben gemeinsam, trotz aller widrigen Umstände, zu führen, geschieht das Unausweichliche.

Und schlussendlich habe ich nach den Taschentüchern gegriffen. Eine Liebe, die so tragisch ist, macht einen wirklich traurig.

Ruth Nestvold versteht es ein lange, vergangenes Land und seine Menschen aufleben zu lassen, und eine Geschichte zu erzählen, die so umfangreich und realistisch daherkommt, dass es kaum möglich scheint, gänzlich ohne Längen auszukommen. Und tatsächlich muss man sich bei „Flamme und Harfe“ auch auf die ein oder andere Länge gefasst machen. Die tragische Liebe zwischen Drystan und Yseult wird hingegen für meinen Geschmack lange zu oberflächlich erzählt und erscheint erst zum Ende hin richtig tiefgehend.

Fazit: Auch wenn die Dicke des Buches schrecken mag, die Geschichte auch nicht ohne einige Längen und wenige Mankos daherkommt, bleibt „Flamme und Harfe“ dennoch ein lesenwerter Roman über eine tragische Liebe; mit Figuren, die einem richtig zu Herzen gehen und die einen noch lange nach dem Lesen beschäftigen. Ist die letzte Seite erst gelesen, kann und will man sich irgendwie nicht so Recht vom Geschehen trennen und was scheint hier naheliegender, als mehr über die Legende von Tristan und Isolde zu erfahren? Lesenswert!

 

Sandra Kuhn, Grosse-Literatur.de
 
 
 
 
   
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