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Hakan Nesser
 
 
 
Andreas Gruber
Der Judas-Schrein
 
Verlag: Festa
Format: gebunden, 464 S.
ET: D 04/2005
Preis: 24,00 €
ISBN: 3-935822-83-9
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Klapptext:
In dem abgeschiedenen Dorf Grein am Gebirge, eingeschlossen zwischen den Bergen und einem Fluss, wird eine verstümmelte Mädchenleiche entdeckt. Der Ermittler Alexander Körner wird mit seinem Kripoteam in den Ort seiner Kindheit geschickt, um den Fall zu lösen. Zunächst deutet alles auf einen Serienkiller hin, doch Autopsie und Recherchen ergeben ein weit schrecklicheres Bild. Der Fall reicht weit in die Vergangenheit zurück. Körners Kindheit, der Greiner Kirchenbrand und die Bergwerkskatastrophe aus dem vorigen Jahrhundert sind auf unheimliche Weise miteinander verstrickt. Als Körner mehrere Exhumierungen anordnet, nehmen die Ermittlungen eine ungeahnte Wendung. Die Lage spitzt sich zu, als durch den anhaltenden Regen der Fluss über die Ufer tritt und die einzige Brücke wegreißt. Vom Hochwasser umgeben und von der Außenwelt abgeschnitten, kommt eine schreckliche Wahrheit ans Licht, und das Morden geht weiter.
 
 
Meinungen anderer Leser:
Mit "Der Judas-Schrein" legte Andreas Gruber seinen Debütroman vor und gewann mit ihm - zu Recht - den "Deutschen Phantastik Preis".
Um es vorwegzunehmen, der Roman ist ein Pageturner, man kann ihn kaum aus der Hand legen. Weniger weil er vordergründigen Horror verströmt - wie in vielen Romanen dieses Genres, die schon nach einigen Seiten langweilen, sondern, weil eher düster-phantatisch nuanciert ist - wie eine dunkler Odem, der anfangs nur über der Szenerie schwebt und sich subtil, aber spürbar immer mehr ausbreitet. Einem verbalen Nebelgespinnst gleich, das schlussendlich auch den Leser einlullt - in einen Kokon feinster Gespenstik.

Geschickt verquickt der Autor mehrere Handlungsebenen, gibt seinen Hauptcharakteren einen Gegenwarts- und Vergangenheitsplot und verzahnt gekonnt deren Stationen des Lebens mit einem Kriminalfall - eingebettet in die lovecraftschen Cthulhu-Mythologien und einem historischen Strang, der sich um die Geschichte des Dorfes rankt - und darum wo das Unheil begann - hervorgerufen durch ein Grubenunglück im Jahre 1937 im "Segen-Gottes-Schacht", dessen Eingang direkt neben dem Friedhof des Dorfes liegt.

Unterschwellig schwingt von den ersten Seiten an schon das Böse mit, als sich Alexander Körner mit dem Mordfall in seinem Heimatdorf - einem Provinznest, einer "Fünhundert-Seelen-Gemeinde", wie Körner es geringschätzig bezeichnet, befassen muss. Körner sieht sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert, die er versucht hatte zu verdrängen. Doch immer wieder stellt er fest, wie hartnäckig Erinnerungen doch sind. Da ist der mysteriöse Brand, bei dem seine Eltern, deren Grab er nie besucht hatte, zu Tode kamen und da sind seine Exfrau und Tochter, die im Nachbardorf leben.

Körner spürt nur Ablehnung, als er nach Grein, einem fiktiven Ort, den Andreas Gruber fünfzig Kilometer südlich von Wien ansiedelt, zurückkehrt um den Mord an der vierzehnjährigen Sabine Krajnik, die auf brutale und rätselhafte Weise ums Leben kam, aufzuklären.
Jana Sabriski, Körners ehemalige Geliebte und Gerichtsmedizinerin, wird ihm für diesen Fall an die Seite gestellt, was ihn zuerst nicht unbedingt erfreut. Mit der Polizeipsychologin Dr. Sonja Berger, dem Polizeifotografen Kralicz, nur Basedov genannt, und dem Spurensicherer Rolf Philipp bilden sie das Team, das den Mord an dem jungen Mädchen aufklären soll. Einem Mord, dem weitere folgen ...

Bei Andreas Gruber haben alle Charaktere eine eigene Geschichte. Der Autor macht es sich nicht so leicht, sie eindimensional in der Gegenwartstory "abzuhandeln", sondern verleiht ihnen gekonnt durch ihre Vergangenheit, die er nach und nach aufrollt, immer mehr "Profil". Wieder einmal erkennt man sich in den Stärken und Schwächen dieser Menschen wieder. Durch sie wird der Roman wie ein Mosaik, das von Seite zu Seite ein Ganzes wird. Besonders interessant und spannend rankt sich der Plot um Pfarrer Dorn, der eine zentrale Rolle zu spielen scheint ... genauer dessen gefährliches Tun, in das Körner durch die Aufzeichnungen des damaligen Küsters immer mehr Einblick erhält.
Und bald schon stellt sich die Frage: Was ist der "Judas-Schrein", der auch auf Pater Dorn zurückzuführen ist? Ist er wirklich nur großer, altertümlicher Beichtstuhl oder verbirgt er Übles?

Was an dem Roman gefällt ist der sublim düstere Touch, diese feine, morbide Prise, die sich atmosphärisch durch die Handlung zieht. Liebhaber des platten Horrors sind hier falsch beraten, denn Andreas Gruber vermag es mit seinem gefestigten Stil, eine hintergründige Düsternis in seine Krimihandlung zu legen.
Hervorragend ist auch die Tatsache, dass man schon beim Auffinden der ersten Leiche zu wissen meint, worum es geht und worauf der Autor aus ist - und so ist es dann auch und doch wiederum nicht. Und gerade das macht für mich das wesentlich Beeindruckende von "Der Judas-Schrein" aus. Man ist gewiss, es geht hier um den lovecraftschen Moloch, um das Urwesen, die Alten ... und doch wird man spannend unterhalten.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn besonders der Verlauf der Geschichte und das Ende des Werkes wissen zu überzeugen. Letzteres ist stimmig, düster atmosphärisch und schließt den Kreis rund um das Dorf Grein.

Andreas Gruber beweist mit "Der Judas-Schrein", dass die Leser noch einiges von ihm erwarten können!
Alisha Bionda - 2008-01-30 00:00:00
 
 
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Der fünfte Erzengel
Schwarze Dame
 
 
 
 
   
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