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| Jiang Rong |
| Der Zorn der Wölfe |
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Original: The Wolf Tuteng
Verlag: Goldmann
Format: gebunden, 704 S.
ET: 12 / 2008
Preis: 24,95 €
ISBN: 978-3-442-31108-8
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| Klapptext: |
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Der chinesische Student Chen Zhen wird während der Kulturrevolution in den 60er Jahren in die Innere Mongolei geschickt. Dort soll er das Leben der nomadisierenden Viehzüchter kennenlernen. Sofort ist er völlig in den Bann gezogen von dieser ihm gänzlich unbekannten und archaischen Welt. An der Seite Bilgees, seines alten mongolischen Lehrers, trotzt er Schneestürmen und sengender Hitze, und er erhält Einblick in die alten Mythen und Traditionen des mongolischen Volkes. Vor allem aber macht Chen Zhen die Bekanntschaft mit den Wölfen, deren Klugheit und Mut die Mongolen von jeher fasziniert haben – und bald verbindet ihn eine tiefe Liebe zu einem Wolfsjungen, das er aufzieht. Doch dann kündigt sich Unheil an, denn als die Chinesen das wirtschaftliche Potenzial der mongolischen Steppe wittern, drohen Profitgier und blinder Fortschrittsglaube das Jahrhunderte währende Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zu zerstören ...
"Ein Meisterwerk. Es gibt kein vergleichbares Buch!" ADRIENNE CLARKSON
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| Biographie: |
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| Jiang Rong wurde 1946 in der südchinesischen Provinz Jiangsu geboren. 1967 meldete er sich freiwillig zum Arbeitseinsatz in der Mongolei, wo er elf Jahre verbrachte. „Der Zorn der Wölfe“, an dem er sechs Jahre lang schrieb, sorgte auf Anhieb international für Furore und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. |
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| Unsere Meinung: |
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„Der Zorn der Wölfe“ ist ein wunderbares, wunderbares aber auch trauriges Buch. Ein Roman, der noch lange in den Gedanken nachhallt, und eines der wenigen Bücher, die einen Menschen verändern können.
Chen Zhen ist einer von einhundert Han-Chinesen, die während der Kulturrevolution Chinas zur Umerziehung aufs Land geschickt werden. Chen verschlägt es in die Weiten des Olonbulag-Graslandes, dass mit seinen nomadisch lebenden Mongolen nahezu einzigartig ist. Fortan trägt er die Verantwortung über eine ganze Herde Schafe. Und je länger Chen Zhen im Olonbulag verweilt, desto mehr wird dieses weite Land zu seiner Heimat und umso faszinierter ist er von den legendenreichen Erzählungen und dem schwierigen Gleichgewicht zwischen Land und Tier. Während der alte Hirte Bilgee Chen immer weiter in die Geheimnisse des Graslandes und der Wölfe einweiht, wächst in Chen eine unglaubliche Faszination für das Totemtier der Mongolen heran. Denn während die Wölfe von den Bewohnern gleichsam verehrt und gehasst werden, leben sie doch in Einklang mit ihnen. Als sich für Chen die Möglichkeit ergibt einen Wolfswelpen aufzuziehen, greift er gierig nach dieser Chance ohne an die Folgen für die Hirten und den Wolf zu denken. Und schon bald lernt Chen, welche Wesensarten den mongolischen Wolf so besonders macht. Doch schwerwiegende Änderungen auf dem Grasland bahnen sich an: Bauern und Militär strömen ins Land – Menschen, die das sensible Olonbulag und seine ungeschriebenen Gesetze nicht verstehen und das empfindliche Ökosystem zu zerstören drohen …
„Der Zorn der Wölfe“ ist ein besonderes Buch, eine Geschichte, die ihre Leser in Traditionen und Legenden der Nomaden auf dem Olonbulag-Grasland eintauchen lässt, so dass man das Gefühl bekommt, man wäre Teil dieser Geschichte. Der Autor vermag so wunderbar dicht und farbenfroh von den Menschen, ihrer Lebensart und den Wölfen zu schreiben, dass man seine tiefe Liebe für diesen Landstrich richtig spüren kann.
Schon während des Lesens fiel mir auf, wie unglaublich kenntnisreich und detailliert der Autor vom Leben auf dem Grasland und den Gepflogenheiten seiner Bewohner zu erzählen weiß. Ihm gelingt es ausnehmend gut, den Leser an die Seite Chen Zhens zu katapultieren, und ihn tief in die Weiten des Olonbulag zu entführen. Erst in der Nachbemerkung las ich, dass „Der Zorn der Wölfe“ ein autobiographischer Roman, und Chen Zhen, eigentlich der Autor selbst ist. Umso trauriger und schwerer wog diese Geschichte in meinen Gedanken.
Mancher Leser mag dem Buch negativ anmerken, dass der Tod darin eine so große Rolle spielt und dies teilweise vom Autor in recht blutigen „Gemetzeln“ beschrieben wird. Wenngleich auch mir viele, viele Tierschicksale in diesem Roman unendlich leid tun, muss man dennoch anmerken, dass dies nunmal leider Realität ist, denn auf dem Olonbulag-Grasland geht es für Mensch und Tier ums Überleben.
Eigentlich kann man dieses wunderbare Buch nicht recht mit Worten umschreiben. Es ist vielmehr so, dass man die Freiheit auf dem Grasland, den harten Kampf der Viehhirten gegen Witterung, Naturkatastrophen und Wölfe regelrecht fühlen kann. Man ist so gebannt von dem Leben der Mongolen, von der rauen Schönheit des Landes und dem ständigen Kampf gegen Schädlinge und Wölfe, dass die Menschen in diesem Buch einem richtig ans Herz wachsen, und man gern jede Gefahr auf sich nimmt, nur um weiter bei ihnen bleiben zu können. Der Autor beschreibt Lebensart und Traditionen so eindringlich, dass man sich bald selbst in der Mongolei fühlt.
Es macht mich richtig traurig zu wissen, dass das Geschehen tatsächlich Realität und ein Teil der mongolischen Geschichte ist. Am Ende traten mir die Tränen in die Augen und mir wurde unheimlich schwer ums Herz.
Fazit: „Der Zorn der Wölfe“ ist ein Buch, dass seinesgleichen sucht. Auf knapp 700 Seiten taucht man tief in Traditionen und Lebensart der wohl letzten mongolischen Nomaden ein, lernt ihre Legenden und Weisheit schätzen und verliebt sich sogleich in dieses weite Land voller Freiheit und Entbehrungen. Der Autor erzählt mit einer so tiefen Liebe zum Olonbulag-Grasland, dass es einen geradezu selbst dahin verschlägt. Gebannt verfolgt man das Geschehen, dass Jiang Rong eindringlich und voller Emotionen schildert. Am Schluss ist man nach vielen harten Enden und Schicksalen so unsagbar traurig. Dennoch würde ich diesen Roman am liebsten gleich nochmal von vorn beginnen, denn dass eine Geschichte mit so viel Gefühl, soviel Sehnsucht und Schmerz erzählt wird, geschieht nicht oft. Dieses Buch bewegt und ging mir wirklich zu Herzen, so dass ich mich weiter mit der Geschichte der Mongolen und den Wölfen beschäftigen werde, denn so richtig lässt mich das Gelesene nicht mehr los.
   
Sandra Kuhn, Redaktion Grosse-Literatur.de
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