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Hakan Nesser
 
 
 
Tino Hemmann
Der unwerte Schatz
 
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Format: broschiert, 440 S.
ET: D 01.09.2005
Preis: 16,00 €
ISBN: 3-938288-41-8
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Klapptext:
Hugo Hassel wird Heiligabend 1931 in Leipzig geboren, bald schon ist er Vorzeigebeispiel für die arische Rasse, blond und blauäugig, außergewöhnlich intelligent. Dass der Vater eine weitere Tochter wünschte, bekommt Hugo schnell zu spüren. Da ist Fritz, der Zwillingsbruder Hugos, der die Misshandlungen über sich ergehen lässt. Er ist Hugos bester Freund. Doch Fritz existiert nicht wirklich. Bei der obligatorischen Schuluntersuchung 1938 fällt Hugos ausgeprägte multiple Persönlichkeitsstörung auf. Fortan interessieren sich die Professoren der Leipziger Universität für Hugo, der nur seine Kindheit genießen will. Ein Professor der Abteilung für jugendliche Psychopathen der Kinderklinik hat jedoch anderes vor. Hugos Mutter wird gezwungen, Hugo an ihn abzutreten. Ziel des Professors, ist es, das Gehirn des kleinen Jungen nach dessen Vergasung zu untersuchen, um damit Berühmtheit zu erlangen. Er manipuliert zu diesem Zweck einen Meldebogen im Rahmen der NS-Euthanasieaktion T4. In Hugos Träumen taucht die Pirnaer Vernichtungsanstalt "Sonnenstein" auf. Der Achtjährige gerät immer mehr in den Strudel nazistischer und ärztlicher Machenschaften, in den Wahnsinn einer Zeit, die bestimmt wird vom Krieg und von der höchsten Form der Verachtung der Menschenwürde: Der Vernichtung angeblich lebensunwerten Lebens. Dieser Roman kennt keine Kompromisse.
 
Biographie:
Hemmann ist Jahrgang '67, verheiratet, 3 Kinder, Muldentaler, Verlagsleiter, Citroenfahrer, Schriftsteller ... gute Hompage mit Leseproben: http://www.tino-hemmann.de
 
 
Meinungen anderer Leser:
„EUTHANASIE" – nicht nur ein Wort, sondern ein schreckliche Vorgänge implizierendes Austoben sadistischer krimineller Individuen, den Begriff Menschen vermeiden zu dürfen. („Schöner Tod“ soll es im antiken Griechenland bedeutet haben.)

Hemmann schildert im spannenden, und insbesondere aufschlussreichen Wechsel von Erzählen mit ausdrucksstarken Dialogen und die Handlung verständlich machenden historischen Kurzdokumentationen, das Leben und Sterben des Leipziger, heute würde man nach umfangreichen psychologischen Tests diagnostizieren, hochbegabten Knaben Hugo Hassel, der, prophetisch wie mathematisch begnadet veranlagt, zum Schutz vor den blutigen Schlägen des Vaters, sinnreich Adolf bezeichnet, ein ALTER EGO – seinen Bruder Fritz – entwickelt. Da ist der Verdacht der Multiplen Persönlichkeit, gar Schizophrenie durch „Fachleute“ schnell konstatiert. So hetzen manische Psychiater Hugo & Fritz nach, begehren ihr – welche Perversion – anatomisches Gehirn, wollen dadurch den ihnen bisher – auch trotz Einpassung in das irrationale Führersystem des Hitlerfaschismus – versagten „wissenschaftlichen Ruhm“ durch Entdeckung neuer Hirnbereichbeziehungen erwerben.

Ein Thriller? Horrorfiction? Nein, eine präzise recherchierte historische Begebenheit aus jüngster Zeit.

Solange Recht und staatlich-politisch durch Machtbesitz sanktionierte Rechtshandhabung nach dem bewertet wird, was in den – immer temporären – Gesetzbüchern festgelegt wird, hilft nur das Be- oder Ausnutzen demokratischer Mittel, solches zu verhindern.

Hier wird literarisch mit teilweise raffinierten Mitteln ein im Deutschland der Gegenwart kaum gründlich behandeltes Thema aufgegriffen – besonders für mögliche weitere Dispute, in Zeiten der Gespräche über Kosten der Standarterhaltung des Gesundheitssystems, der Sterbehilfe, der Medizin als kapitalistisch ausgerichtete Wirtschaftsmacht mit entsprechenden Interessen der Pharmakonzerne, ihrer Gewinnmaximierung u.s.w.

Ein Buch für historisch interessierte Laien, wie für Mediziner jeder Coleur, Psychologen, Theologen, Pädagogen und insbesondere Politiker. Der Titel erscheint zum Weltfriedenstag am 1. September 2005! Ich durfte das Buch vorab lesen.
Mein Resümee: Erstklassige Literatur, der Mann darf nicht unbekannt bleiben!
Marcel Möbius - 2005-08-19 00:00:00
 
 
 
 
   
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