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Hakan Nesser
Autoreninterviews
 
 
 
Helene Luise Köppel
Die Affäre Calas
 
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Format: broschiert, 439 S.
ET: 2008
Preis: 10,95 €
ISBN: 978-3-7466-2370-2
 
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Klapptext:
Als ihre Lieblingstante in Toulouse stirbt, erbt die junge Nürnberger Anwältin Sandrine Feuerbach außer zwei Anwesen in Südfrankreich auch ein Geheimnis: Sandrine ist eine echte Calas, und damit wird die grausame "Affäre Calas" zu einem Teil ihrer Familiengeschichte. 1761 war der älteste Sohn der Hugenottenfamilie unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommen. Die mysteriöse Bruderschaft der Weißen Büßer beschuldigte den Vater, ihn ermordet zu haben, weil er zum katholischen Glauben konvertieren wollte. Obwohl es keine Beweise gab, wurde der Vater hingerichtet. Voltaire klagte den Fall als Justizverbrechen an, aber das Geschehen wurde nie aufgeklärt.
Kaum hat Sandrine mit Hilfe ihres Jugendfreundes Henri begonnen den alten Vorgängen nachzuforschen, verschwindet Henri spurlos. Sie selbst wird in ihrem Haus überfallen. Erst Monate später kann sie, von einer Freundin begleitet, die Suche nach Henri aufnehmen. Alle Spuren führen zu noch heute einflussreichen Geheimbruderschaften, die bereits beim Fall Calas nicht vor Mord zurückschreckten.
Die historischen Hintergründe dieses packenden Geschehens sind von Helene Luise Köppel akribisch recherchiert und bestechend miteinander verflochten.
 
Biographie:
Helene Luise Köppel, 1948 in Schweinfurt geboren, ist dort Pfarramtsekretärin.
 
Meine Meinung:
„Die Affäre Calas“ ist ein Roman, der seine Leser sofort gefangennimmt. Dabei hat man die Protagonistin Sandrine schon nach den ersten Seiten mögen gelernt und taucht bereitwillig mit ihr in das mysteriöse Geschehen um die geheimnisvolle weiße Bruderschaft ein, die selbst noch in unserer modernen Zeit kaum an Macht verloren hat.

Die Juristin Sandrine Feuerbach kommt nach vielen Jahren zurück an den Ort ihrer Kindheit. In der alten Stadt Toulouse scheint sich seit damals kaum etwas verändert zu haben. Ihre verstorbene Tante Charlotte hat ihr nicht nur ein finanzielles Familienerbe hinterlassen, auch alte, lange versteckt gehaltene Dokumente gehören dazu; alte Briefe, die die Affäre Calas beleuchten. Nach und nach wird Sandrine klar, dass sie selbst eine geborene Calas ist und die Briefe ein Stück Geschichte ihrer Familie darstellen. Doch wer hat den ältesten Sohn Marc-Antoine Calas umgebracht? Warum ist sein Vater dafür zum Tode verurteilt worden? Und warum hatte die Schwester Angst vor einer geheimen Bruderschaft? Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Henry macht sich Sandrine auf die Spur der Wahrheit und muss dabei feststellen, dass sie keinem Menschen trauen kann ...

Historische Begebenheiten, alte Geheimbünde und scheinbar unlösbare Rätsel – Lesestoff genau nach meinem Geschmack. Ich war überrascht wie dicht die Autorin ihren Roman gewebt hat. Da lesen wir von französischen Geheimbünden, von Glaube und Fanatismus, von Rätseln in alten Gemälden und Verschwörungen mit Todesopfern. Als Leser liest man gebannt immer weiter, will man doch – genau wie Sandrine – hinter die Lösung dieses schrecklichen Geheimnisses kommen.

Wenn uns die Autorin mit „Die Affäre Calas“ auch eine spannende Geschichte vorlegt, muss man doch anmerken, dass sie an manchen Stellen einfach zuviel gewollt hat. So kam ich an einige Abschnitte, die mir einfach zuviel Erklärung waren; zuviel Mystik und Glaube, der mit Symbolen gedeutet wird. Etwas weniger hätte dem Roman sicherlich gut getan.

Dennoch muss man dem Buch zugestehen, dass es seine Leser gut zu unterhalten weiß. Die Protagonisten sind vielschichtig dargestellt, und überzeugen von Beginn an. Sandrine schließt man schnell ins Herz und genau wie sie fragt man sich, ob diese oder jene Person nun vertrauenswürdig ist oder Böses im Schilde führt.

Aufschlussreich fand ich auch die Anmerkungen der Autorin zur Geschichte und damit die Auflösung von Wahrheit und Fiktion. Es ist erstaunlich wieviel Recherche die Autorin betrieben hat, um uns diese ausgefeilte Geschichte vorlegen zu können.

Fazit: Ein spannender, abenteuerreicher Roman um geheime Bruderschaften und mythenreiche Religionen. Allen voran eine sympathische Protagonistin, die versucht die Wirren der Geschehnisse zu deuten und dabei selbst in Gefahr gerät.
 
 
 
weitere Titel von Helene Luise Köppel bei Grosse-Literatur.de:
Die Ketzerin von Montségur
Die Erbin des Grals
Die Geheimen Worte
 
 
 
 
   
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