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| Vincent E. Noel |
| Die Ballade von Marie und dem ewigen Regen |
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Verlag: Wiesenburg Verlag
Format: broschiert, 97 S.
ET: D 08/2006
Preis: 12,00 €
ISBN: 3-939518-14-X
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| Klapptext: |
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Das Leben gefällt dir nicht: öde, endlose Wolkentinte verläuft auf einem öden, endlosen Papierhimmel, eine öde, endlose Welt voller geräuschloser Gegenstände, so oft sieht man dich verwirrt, weil die Stille schnell umarmt, aber nie bleibt ... Nils ist gefangen in einer Provinzstadt, in der es keine Hoffnung gibt: verfallende Plattenbauten, jede zweite Wohnung steht leer, aufgegebene Geschäfte, trostlose Straßen, Bahngleise nach irgendwo, entmutigte, stumpfe Gesichter, ewiger Regen. Er liebt Marie, doch seine Gefühle sind nichts wert, weil er sie nicht teilen kann - Marie sieht ihn nicht, hat nur Augen für einen anderen. Er hingegen beobachtet sehr genau, wie sie die Welt vergisst, sich vollkommen für die Liebe aufgibt und den Abgrund nicht sehen will, dem sie sich unaufhaltsam nähert, bis es für sie zu spät ist und ihr nichts mehr bleibt, nur noch Sehnsucht und Verzweiflung. Alles wird zu Dingen, Geräuschen, mit der Farbe stummer Träume gemalt, wie Wellen, Wellen, Wellen hinter Glas, die Schatten werden, wenn die Dunkelheit naht ...
"Ein Jüngling liebt ein Mädchen. Das hat einen anderen erwählt. Die daraus resultierenden Schmerzen des jungen Mannes sind eine alte Geschichte, die dennoch immer wieder erzählt wird. Zum Beispiel von dem 26-jährigen Nürnberger Schriftsteller Vincent E. Noel, der in seinem neuen Buch das Liebesdrama in eine Kleinstadt in Mecklenburg verlegt.
Parchim ist ein Nest in einem der neuen Bundesländer, wo das in der ehemaligen DDR vom Staat umworbene "Proletariat" sich mittlerweile in die Rolle des vom Rest der Gesellschaft abgeschriebenen Prekariats gedrängt fühlt. In dem Ort gibt es einen Haufen heruntergekommener Plattenbauten, deren Bewohner größtenteils arbeitslos und resigniert sind, eine von allerlei Ungeziefer okkupierte Kaserne der einstigen Sowjetarmee und einen kommunalen "Rosengarten", in dem längst keine Rose mehr blüht.
Der Ich-Erzähler Nils fühlt sich als Gefangener dieser düsteren Verhältnisse, die für ihn noch härter geworden sind, seit sein Vater sich in den Alkohol geflüchtet hat.
Der einzige Lichtblick und die letzte Hoffnung des sensiblen Jugendlichen ist Marie, die er schwärmerisch verehrt, mit der zusammen er weggehen und ein neues, von der Sonne ewiger Liebe erhelltes Leben beginnen will. Doch, wie gesagt, das Mädchen hat sich mit einem anderen vermählt. Der Jüngling ist übler dran als je zuvor.
Nils berichtet davon in einem langen Monolog, der manchmal an die Geschichte von Romeo und Julia denken lässt, dann wieder an die Leiden des jungen Werther oder an das "Endspiel" von Samuel Beckett. Formal hat sich Vincent E. Noel aber auch ein wenig bei den früheren Balladendichtern angelehnt. Sein gewöhnungsbedürftiger Text ist ein Prosagedicht, gegliedert durch sprachliche "Leitmotive", welche dem Leser das Einfühlen in die chaotische Innenwelt eines unglücklich Verliebten erleichtern sollen." BERND ZACHOW, NN |
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| Biographie: |
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| Vincent E. Noel wurde 1980 in der DDR geboren und lebt seit 1991 in Franken, genauer gesagt in Nürnberg. Schulabschluss 1997. Zuerst versuchte er während des "Sturm und Dranges", Musiker zu werden, reiste dann durch Europa, um sich anschließend dem Schreiben zuzuwenden. Verfasst Erzählungen, Theatertexte und Märchen. Mitglied einer Theater- und einer Literaturgruppe. |
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| Meinungen anderer Leser: |
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Gleich in der ersten Zeile wird klar, dass man keine Fröhlichkeit erwarten darf: das Leben gefällt dir nicht. Krasser Beginn.
Gut gelungen fand ich den athmosphärisch und sprachlich gut verdichteten Gedankenfluss, und ich bin sehr davon angetan, wie inmitten der ostdeutschen Tristesse doch sinnliche, phantasievolle Bilder hervorblitzen. Wie etwa, dass das Licht zuerst aus der Lampe, dann aus dem Raum verschwindet.
Störend sind die ständigen Wiederholungen wie etwa "immer Regen immer Regen immer Regen", sie können einen guten Takt geben, werden nach einer Zeit doch zuviel. Ich musste mir die Zeit nehmen und das Buch dreimal lesen, um es zu verstehen, am Ende mich quälen. Trotzdem bleibt so viel offen.
Aber manchmal gibt es eben doch noch Hoffnungsschimmer in dieser endlosen Traurigkeit. Deswegen doch drei Sterne, auch für den eigenwilligen Stil des Autors. |
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| Daniel Dommer -
2007-07-25 |
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| weitere Titel von Vincent E. Noel bei
Grosse-Literatur.de: |
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Sarah - Vom Ende meines langsamen Abschieds |
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