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| Gabriela Jaskulla |
| Die Geliebte des Trompeters |
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Verlag: dtv
Format: broschiert, 220 S.
ET: D 04/2008
Preis: 9,95 €
ISBN: 978-3-423-21058-4
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| Klapptext: |
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Berlin, 1947. Ein junger amerikanischer Soldat kommt in die zerstörte Stadt und verliebt sich in ein Mädchen, das er zufällig am Straßenrand sieht. Er: ein hübscher, naiver Junge aus Kalifornien, der das Segeln, schnelle Autos und seine Trompete liebt. Sie: das deutsche Mädchen, das aus Nazi-Zeit und Krieg vor allem eines mitgebracht hat: den wilden Drang, endlich zu leben.
Der junge Soldat wird später ein weltberühmter Musiker werden - Chet Baker ist für den Jazz, was James Dean für den Film war: eine Legende. Mit der Sanftheit seiner Musik identifizierten sich Millionen. Am Anfang aber stand: eine kleine Liebe in Berlin.
"Das ist ja ein richtig großer Roman!! Eine Erzählwut und -kraft sondersgleichen." MARTIN WALSER |
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| Biographie: |
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| Gabriela Jaskulla wurde 1962 in der Nähe von Würzburg geboren.1989 ging sie zum Norddeutschen Rundfunk. 2003 erschien ihr hoch gelobter Debütroman „Ostseeliebe“, 2005 ihr zweites Buch „Glückstadt“, im gleichen Jahr wurde ihr Theaterstück „Chet Baker / Song“ uraufgeführt. Heute arbeitet sie bei einem großen Hamburger Verlag und lebt in Hamburg. |
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| Unsere Meinung: |
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"Die Geliebte des Trompeters" zieht den Leser mit der ersten Seite fort, in eine vergangene und doch nicht allzu lang zurückliegende Zeit. Der Kalender zeigt das Jahr 1946, der Krieg ist vorbei und Deutschland besetzt von den vier Allierten.
Es ist Winter, als der junge amerikanische Soldat Chet Baker im besetzten Berlin ankommt, und er ist nicht der Einzige. Mit ihm setzen eintausendachthundert US-Soldaten den Fuß auf deutsches Gebiet.
Bereits kurz darauf ist er erschüttert - von der Stadt und den Menschen. Denn Berlin gleicht eher einer Ruine, nicht nur die Häuser; auch die Menschen, die überlebten sind nur noch ein Schatten ihres Selbst.
Riccarda ist neunzehn und auf der Suche nach dem nächsten Gönner. Es ist Vernunft, die sie leitet, denn die Soldaten sind großzügig zu den deutschen Mädchen - vermutlich aus schlechtem Gewissen, kehren sie doch ihren Affären bald den Rücken und reisen zu ihren Familien nach Hause zurück. An Liebe ist dabei nicht zu denken, Riccarda muss das Beste aus allem machen - überleben. Dass bei dem jungenhaften Chet nichts zu holen ist, ist Ricky schnell klar und doch ist sie - entgegen ihrer sorgsam antrainierten Vernunft - fasziniert von ihm.
"Die Geliebte des Trompeters" ist ein temperamentvoller Roman, mit einer ungeheuren Erzähldichte. Hier wird von Menschen der Nachkriegszeit erzählt, von verwundeten Seelen, süchtig nach Vergnügen und Ablenkung. Mittendrin der siebzehnjährige Trompeter Chesney Henry Baker, ein Autodidakt mit einer tiefen Liebe zur Musik. Er vermag es sein Publikum mitzureißen und zu begeistern, denn jeder der Chets Trompetenspiel gehört hat, fühlt sich auf eine eigentümliche Art tief berührt - von
der Musik und dem Jungen.
Gabriela Jaskulla hat viel Leidenschaft in ihren Roman gelegt. Sie erzählt mit einer eigentümlichen Sicherheit vom
zerrütteten Berlin als wäre sie selbst dort gewesen und schafft es, dass sich auch der Leser selbst in der zerbombten
Hauptstadt glaubt. Alles ist greifbar nah, eine fast erschreckende Einsicht. Und das schafft die Autorin ohne viele
erklärende und detailreiche Beschreibungen, dafür in einem rasanten Erzählstil, der kaum Luft zum Atmen lässt. Der Leser ist dabei den Figuren ganz nah und erlebt ihre Entbehrungen und Nöte ebenso mit wie die wenigen glücklichen Momente.
Fazit: Ein Roman mit starken Figuren und einem temperamentvollen Erzählstil.
   
Sandra Kuhn, Redaktion Grosse-Literatur.de
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