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| Fay Weldon |
| Die Moral der Frauen |
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Original: She may not leave
Verlag: dtv
Format: Paperback, 316 S.
ET: D 11/2007
Preis: 14,00 €
ISBN: 978-3-423-24632-3
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| Klapptext: |
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Ein Dienstboten-Roman im neuen Look. Großmutter Frances, die Erzählerin, besitzt eine Galerie, ist um die siebzig, subversiv, scharfzüngig und viermal verheiratet gewesen, vom Leben gezaust und mit allen Wassern weiblicher Lebensweisheit und -erkenntnis gewaschen. Mit unbestechlich-ironischem Blick betrachtet sie die Alltagsbühne ihrer geliebten Enkelin Hattie und ihre eigene turbulente Vergangenheit. Hattie - beruflich auf Erfolgskurs in einer Literaturagentur und in „eheähnlicher Gemeinschaft“ mit Martyn lebend - hadert mit dem Monster Häuslichkeit, nachdem Baby Kitty geboren wurde. Weder drei „rein-weibliche“ Generationen im Rücken noch ein perfekt organisiertes und kosmobiles Au-pair versprechen Rettung, denn auch Au-pairs sind keine Engel, selbst wenn es so scheint. Sie haben Lebenspläne und - wenn sie unter den entsprechenden Bedingungen aufwuchsen - nicht nur eine harte Schule hinter sich, sondern auch wenig Skrupel ...
Fay Weldon, die „grande dame“ schwarzer Komödien, entwirft hier mit lockerer Hand und frechem Mundwerk das Porträt einer vermeintlich aufgeklärten, in Ehrgeiz, Lügen und Selbstbetrug gefangenen Generation
„Fay Weldons Bravourstück: Verspielte Satire.“ EITHNE RYAN in „SUNDAY TRIBUNE“
“Ein Finale mit brillanter moralischer Wendung - wer außer Fay Weldon könnte auf so etwas kommen?“ LISA O’KELLY in „THE OBSERVER“ |
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| Biographie: |
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| Fay Weldon, 1931 in England geboren, Romancière und Kulturjournalistin, ist eine der „unterhaltsamsten und provokantesten Gegenwartsautorinnen“ („Sunday Telegraph“). Ihr pointierter, lässiger Stil, der sich durch Empathie und Scharfblick auszeichnet, ist des „Teufelsweibs“ Markenzeichen. Weldon gilt als Expertin für Lebenslügen und weibliche Rollenspiele. Ihr umfangreiches Werk wurde vielfach prämiert und in dreiundzwanzig Sprachen übersetzt. Die meisten ihrer Romane sind im dtv erschienen. |
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| Unsere Meinung: |
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Hattie und Martyn leben in eheähnlicher Lebensgemeinschaft, in einem kleinen Häuschen mit ihrem Sechsmonate alten Baby Kitty. So richtig zufrieden mit der aktuellen Situation ist keiner von ihnen. Hattie nicht, die vom Monstrum Haushalt beinah erdrückt wird, Martyn nicht, der Hattie viel mehr mochte als Kitty noch nicht auf der Welt war und als es noch anständiges Essen zuhause gab. Da kommt ganz plötzlich die Rettung - die Polin Agnieska wird als Au pair eingestellt. Mit guten Referenzen von Hatties Bekannten scheint sie die Richtige zu sein und lebt fortan im Häuschen der kleinen Familie.
Hattie findet endlich wieder Fuß in der Literaturagentur und steigt dort auch schnell die Karriereleiter steil nach oben. Und auch Martyn ist beruflich engagiert und hat gute Aussichten auf Beförderung. Während die Eltern also an ihrem beruflichen Aufstieg arbeiten, kümmert sich Agnieska tagtäglich um Kitty und den Haushalt.
Es dauert jedoch nicht lang, bis Hattie nach und nach Unstimmigkeiten in Agnieskas Erzählungen findet. Ist ihr Visum abgelaufen? Hat sie vielleicht gar keinen Mann in Polen? Wohin geht sie an ihren freien Abenden?
Doch aus Angst sie würden Agnieska verlieren, verschweigt sie alles. Mehr noch, Hattie und Martyn versuchen Agnieska jeden Wunsch von den Augen abzulesen.
Die über siebzig Jahre alte Frances - Hatties Großmutter - erzählt diese Geschichte mit viel Ironie und Sorge aber auch mit vielen Erinnerungen an die eigene exzessive Vergangenheit und drei Generationen Frauen der Familie. Ebenso wie Frances’ Schwester Serena ahnt der Leser schon bald welche Wendung die Geschichte wohl nehmen wird und doch ist man am Ende etwas erstaunt, über Hattie und über die Moral der Frauen.
Fay Weldon ist damit ein Roman gelungen, der die Frau in der Zwickmühle - zwischen beruflichem Ehrgeiz und Familienglück - zeichnet und wie manche Frau aus dieser Falle versucht auszubrechen.
Fazit: Locker-leicht zu lesende Satire mit schwarzem Humor angehaucht, die es vermag den Leser zum Schmunzeln, manchmal aber auch zum schwer Schlucken zu bringen.
  
Sandra Kuhn, Redaktion Grosse-Literatur.de
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