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Hakan Nesser
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Helena Marten
Die Porzellanmalerin
 
Verlag: Diana
Format: gebunden, 624 S.
ET: 09 / 2009
Preis: 22,95 €
ISBN: 978-3-453-29061-7
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Klapptext:
Meißen, 1750: Friederike will Porzellanmalerin werden – gegen den Willen der Eltern, die die Zwanzigjährige verheiraten wollen. Sie flüchtet an die Manufaktur in Höchst, um dort, als Mann verkleidet, ihren Traum zu verwirklichen. Ein riskanter Plan, der durch den Italiener Giovanni zu scheitern droht ...

Die Eltern drängen Friederike zur Heirat, doch die Zwanzigjährige will ihren großen Traum verwirklichen und Porzellanmalerin werden. In Männerkleidern, hoch zu Ross, flieht sie aus ihrer Geburtsstadt, um in der neu gegründeten Manufaktur von Höchst am Main ihr Glück zu versuchen. Die Bekanntschaft mit dem ebenso attraktiven wie undurchsichtigen Giovanni Ludovico Bianconi und ein schwerer Raubüberfall drohen ihre Pläne noch während der Reise zu durchkreuzen, doch dank der Hilfe eines unbekannten Reiters erreicht sie schließlich ihr Ziel. Als "Friedrich Christian Rütgers" genießt sie schon bald das volle Vertrauen des Höchster Manufakturdirektors und trifft auch ihren Lebensretter wieder, dem sie sich tief verbunden fühlt. Als sie befürchten muss, ihre Maskierung könnte auffliegen, kommt ihr der Auftrag von Direktor Benckgraff wie gerufen, in der Porzellanmanufaktur des französischen Königs das Geheimnis des »bleu lapis« zu ergründen. Auf einem Ball im Schloss der berühmten Madame de Pompadour bringt eine geheimnisvolle Begegnung Friederikes Leben an den alles entscheidenden Wendepunkt.

Eine starke, unkonventionelle junge Frau nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand und kämpft um die Erfüllung ihres Lebenstraums.
 
Biographie:
Helena Marten ist ein Pseudonym, hinter dem sich zwei Autorinnen verbergen. Beide leben in Frankfurt und sind in der Verlagsbranche tätig. "Die Porzellanmalerin" ist ihr erstes gemeinsam verfasstes Buch, sie arbeiten bereits an ihrem zweiten Roman.
 
Meine Meinung:
Helena Marten entführt uns nach Meißen ins die Mitte des 18. Jahrhunderts, als es für eine Frau noch unvorstellbar war einen handwerklichen Beruf, wie den des Porzellanmalers, auszuüben.

Friederike ist Anfang zwanzig und vebringt die Tage mit ihrer Lieblingstätigkeit: sie bemalt Porzellan. Allerdings weiß niemand davon außer ihr Bruder Georg, in dessen Auftrag sie das „Weiße Gold“ heimlich in bunte Farben kleidet. Nach einem Streit mit ihm versucht sie das Unvorstellbare und erbittet eine Ausbildung in der Meißener Porzellanmanufaktur, wo sie prompt auf Entrüstung stößt. Eine Frau gehöre in den Salon, nicht aber in eine Werkstatt. Als die Eltern sie dann noch mit dem eher unscheinbaren Kaufmann Per Hansen verheiraten wollen, sucht Friederike verzweifelt nach einem Weg dieser arrangierten Beziehung zu entkommen. Kurzerhand flieht sie nach Höchst, wo vor kurzem das Geheimnis der Porzellanherstellung entdeckt wurde. Hier wird sie mit offenen Armen empfangen. Doch keiner weiß, dass hinter dem schmächtigen Friedrich Christian Rütgers eigentlich eine zielstrebige junge Frau steckt; bis Friederike ihre Verkleidung nicht mehr aufrechterhalten kann ...

Ich muss zugeben, ich hatte hohe Erwartungen an das Buch - allen voran etwas mehr über den geschichtlichen Hintergrund der Porzellanherstellung und -bemalung zu erfahren - die dieser Roman leider nicht erfüllen konnte.

„Die Porzellanmalerin“ könnte man fast als typischen „Frauenroman“ im historischen Gewand beschreiben. Denn weniger die Porzellanmalerei steht hier im Vordergrund, sondern mehr Friederikes Gefühls- und Gedankenwelt, die sich natürlich nicht selten um Männer dreht. Zum einen um den leidenschaftlichen Italiener Giovanni, mit dem sie eine Nacht verbrachte und seitdem unheimlich verliebt ist, zum anderen um den Höchster Kaufmann Carl Bogenhausen.
Stellenweise verfällt das Autorenteam in eine recht moderne Sprache, wodurch der Roman etwas unglaubhaft wird.

Die Geschichte liest sich flüssig und schafft es, dass der Leser schnell ins Geschehen eingetaucht ist. Friederike ist von Anfang an sympathisch, wenngleich ich sie manchmal als etwas oberflächlich und naiv eingeschätzt habe. Manche Figuren werden detailreich und farbenfroh gezeichnet, während hingegen andere Figuren ein wenig blass bleiben und keinen wirklichen Eindruck beim Leser hinterlassen.

Auch wenn der Roman es schafft, seine Leser schnell in Friederikes Welt zu entführen und uns kurzweilig zu unterhalten, war ich schlichtweg enttäuscht. Ich hätte mir weniger von den wechselvollen Beziehungen Friederikes zur Männerwelt und dafür mehr historisches Geschehen um das „Weiße Gold“ gewünscht.

Fazit: „Die Porzellanmalerin“ ist ganz nett für zwischendurch, aber kein wirkliches Muss.
 
   
 
 
 
   
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