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| Blanca Busquets |
| Die Woll-Lust der Maria Dolors |
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Original: El jersei
Verlag: dtv
Format: Paperback, 280 S.
ET: 01 / 2011
Preis: 12,90 €
ISBN: 978-3-423-24816-7
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| Klapptext: |
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Zwei rechts, zwei links und bloß keine fallen lassen
Still sitzt sie in ihrer Ecke im Wohnzimmer und strickt emsig vor sich hin. Seit einem Schlaganfall lebt Dolors bei der Familie ihrer jüngsten Tochter Leonor. Bis auf ihren Enkel Martí behandeln die Familienmitglieder die alte Frau jedoch wie ein Möbelstück, denn sie kann nicht mehr sprechen und sich nur noch durch Gesten verständigen. Aber Dolors ist weder blind noch taub geworden. Sie hat nach wie vor einen scharfen Verstand und es zudem faustdick hinter den Ohren. Während sie für ihre 16-jährige Enkelin einen wundervollen Pullover in leuchtenden Farben strickt, entgeht ihr nichts von dem, was in dieser scheinbar normalen Familie vor sich geht. Jeder hütet hier ein Geheimnis. Nicht zuletzt Dolors selbst ... |
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| Biographie: |
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| Blanca Busquets, 1961 in Barcelona geboren, arbeitet seit 1986 als Fernseh- und Radiojournalistin für Televisió de Catalunya und Catalunya Ràdio, wo sie diverse Kulturprogramme moderiert. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und ihrem Romandebüt "Presó de Neu" (2003) hat sie mit "Die Woll-Lust der Maria Dolors" die Herzen aller Generationen erobert. |
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| Grosse-Literatur.de-Rezensionen: |
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Blanca Busquet erzählt in „Die Woll-Lust der Maria Dolors“ von einer intelligenten Frau mit bewegender Vergangenheit, die leidenschaftlich gern diskutiert und einen temperamentvollen Charakter vorzuweisen hat. Nun jedoch zur Stummheit verdammt, wird sie nicht nur Zeugin der Abgründe ihrer Familie, sondern zieht auch ein Resümee ihres eigenen Lebens.
Maria Dolors ist fünfundachzig Jahre alt, und seit einem Schlaganfall kann sie nicht mehr sprechen. Nun lebt sie bereits einige Monate bei ihrer jüngsten Tochter Leonor und deren Familie und pendelt täglich zwischen ihrem Bett und dem Sessel im Wohnzimmer. Für die Familie ist sie schon zu einem Möbelstück geworden. Doch Dolors Gehör ist so gut wie eh und je, und so erfährt sie allerhand von den Geheimnissen jedes einzelnen Familienmitglieds - und da gibt es so einige. In ihrer Strickzeitschrift hat sie einen besonders schönen Pullover entdeckt, den sie gern ihrer 16-jährigen Enkelin Sandra schenken würde. Und so verbringt sie täglich damit den Überraschungspullover zu stricken. Eine wunderbare Zeit sich auch an ihre eigene Jugend zu erinnern, denn auch Dolors selbst hütet so manches Geheimnis ...
Maria Dolors ist eine Figur mit der ich nicht recht warm wurde. Zwar scheint sie auf den ersten Blick sympathisch, doch wird diese Sympathie durch ihre Sicht auf die Dinge, die hier manchmal etwas altklug daherkommen, und ihre Vergangenheit getrübt. Zumal es einem die Autorin mit ihren Zeitsprüngen, die von Satz zu Satz plötzlich wechseln können, reichlich erschwert, das Erzählte flott zu lesen. Erst ist man noch in der Gegenwart und schwupps in Dolors Erinnerungen, die mal hierhin, mal dorthin springen, und im nächsten Absatz sitzt man dann auch schon wieder an Dolors' Seite im Wohnzimmer. Hat man sich an diese eher ungewohnten und plötzlichen Sprünge zwischen den Zeiten gewöhnt, schafft man es immerhin recht schnell die Seiten wegzulesen.
Blanca Busquet spart in diesem Roman nicht mit menschlichen Abgründen. Da lesen wir von Magersucht, Homosexualität, Sex mit Minderjährigen, Mord und so mancher deprimierender Altersbeschwerde. Durch Dolors Augen bertrachtet - denn sie erzählt in der Ich-Form - können sich auch die übrigen Figuren nicht hervortun. Sie alle bleiben erstaunlich oberflächlich, wo doch Dolors jede Einzelheit ihres Charakters ständig bewerten und Parallelen zu ihrem eigenen Leben bzw. zu vergangenen Erinnerungen ziehen muss.
Auf den letzten Seiten dieses Romans, auf denen viele Figuren noch einmal selbst zu Wort kommen, hätte ich dann das Buch beinahe zur Seite gelegt. Zwar tut sich dem Leser hier noch so mancher Aha-Effekt auf, über Dinge, die Dolors über die Menschen in ihrer Umgebung nicht wusste, jedoch schafft es die Autorin nicht dies einigermaßen unterhaltsam zu schildern.
Fazit: „Die Woll-Lust der Maria Dolors“ ist ein Roman, der im Großen und Ganzen zwar durchaus interessant erzählt ist, es jedoch nicht schafft seine Leser an das Geschehen zu bannen. Vielmehr plätschern die Ereignisse und Erinnungen recht lahm dahin und ich musste mich das ein oder andere Mal wirklich zwingen weiterzulesen. Eigentlich schade, denn die Grundidee ist nicht schlecht. Doch leider hatte ich mit Dolors manchmal so meine Schwierigkeiten, und konnte mich während des Lesens nicht entscheiden, ob ich sie nun mögen sollte oder nicht.
Sandra Kuhn, Grosse-Literatur.de
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Bis dass der Zufall uns vereint |
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