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| Aliza Olmert |
| Ein Stück vom Meer |
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Original: Prussa shel yam
Verlag: Aufbau Verlag
Format: gebunden, 368 S.
ET: D 08/2007
Preis: 19,95 €
ISBN: 978-3-351-03219-7
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| Klapptext: |
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| Aliza Olmert erzählt vom Traum eines besseren Lebens, von Aufbruch und Ankommen, von der Liebe eines Mädchens zum Meer. Es ist die Geschichte ihrer Familie im jungen Staat Israel. Alusia ist fünf Jahre alt, als sie mit ihren Eltern ein Schiff besteigt. Krieg, Verfolgung und das Wunder, überlebt zu haben, liegen hinter der Familie, die nun das Gelobte Land ansteuert. Für das Mädchen ist die Welt der Erwachsenen ein Buch mit sieben Siegeln. Anuschka, die melancholische Mutter, fürchtet die Lebensumstände und sehnt sich nach Europa, wo sie den geliebten Toten näher ist. Olek, der tatkräftige Vater, träumt von einem Neuanfang im Staat der Juden. Aber in Palästina liegt das Glück nicht auf der Straße. Geld und Liebe sind nicht so einfach zu erwerben, und die Schatten der Vergangenheit sind lang. Doch die heranwachsende Alusia weiß: "Wer ein Stück vom Meer sehen kann, muss glücklich sein." |
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| Biographie: |
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| Aliza Olmert wurde 1946 in Eschwege, Deutschland, geboren. Sie hat Dramen und Drehbücher verfaßt und gehört zu den renommiertesten bildenden Künstlern in Israel. Sie ist mit Ehud Olmert, dem amtierenden israelischen Ministerpräsidenten, verheiratet und Mutter von vier Kindern. |
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| Meinungen anderer Leser: |
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Der Roman mit autobiographischen Zügen basiert auf Briefen, die die Autorin Aliza Olmert, Frau des israelischen Ministerpräsidenten, ihrer Schwester schrieb.
Die Geschichte der Familie Meller, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in das “Gelobte Land“ aufmacht, um in Israel eine neue Heimat zu finden, ist berührend, ohne rührselig zu sein.
Geschildert wird das Geschehen aus Sicht der fünfjährigen Tocher Alusia, das mit der Emigration von München nach Israel beginnt. Alusias Vater möchte damit endlich einen Schlussstrich unter ein dunkles Kapitel ziehen – auch gegen den Protest seiner Frau Anouschka.
“Ein Stück vom Himmel” lebt von den anrührenden Beobachtungen eines kleinen Mädchens, das viel mehr wahrnimmt, als ihre Eltern glauben und das erheblich mehr davon geprägt wird, als diese denken.
Der Aufbruch in die neue Heimat ist durchwirkt von den Hoffnungen des Vaters, der beseelt ist von der Vision eines besseren Lebens, und der ablehnenden Haltung der Mutter, die sich ihrer alten Heimat beraubt fühlt, die ihre letzten Wurzeln gekappt meint und lieber nach Amerika immigriert wäre.
Alusias Mutter ist gefangen in einem Trauma durch den Verlust ihrer Familie. Melancholisch flüchtet sie sich in ihre ureigene Scheinwelt und weigert sich in der neuen “Heimat” Hebräisch zu sprechen und grenzt sich somit bewusst selbst aus. Sie vermag es nicht ihre Trauer über den Verlust ihrer Familienangehörigen, die ihr Leben in Lagern gelassen haben, zu meistern. “Die Familie, die es nicht mehr gibt” ist omnipräsent. Ihre Bilder zieren auch die Wände der ersten Wohnung, in einem heruntergekommenen Viertel Tel Avivs, und scheinen Alusia allgegenwärtig, weil ihre Mutter sie in ihren Gespräch beharrlich “am Leben” erhält.
Die Ehe der Eltern ist, als die kleine Familie das “Gelobte Land” erreicht, einer Zerreißprobe ausgesetzt, zu unterschiedlich sind ihre Ansichten über die neue Heimat und den Umgang mit der Vergangenheit. Während der Vater loslassen will, klammert sich die Mutter an ihre Erinnerungen. Auch aus Angst, dass sonst “die Familie, die es nicht mehr gibt” verblasst und bedeutungslos wird.
Alusia verspürt bald Schuld in sich und bemüht sich krampfhaft, ihre Eltern glücklich zu machen, in dem sie den Anschein erweckt, ein “glückliches Kind” zu sein.
Doch ihre emotionale Einsamkeit nimmt zu und wird deutlich, als sie die Ratten, die nachts die Wohnung heimsuchen, in ihr Bett lockt. Um deren “Nähe” zu fühlen. Als sie gebissen wird und an Thyphus erkrankt, konzentriert sich die Fürsorge der Mutter noch mehr auf sie, was eine noch größere Kluft zwischen ihre Eltern gräbt.
Aus der Hoffnung des Vaters scheint eine gescheiterte Existenz zu werden, denn auch seine “Geschäftsidee” Schnallen zu verkaufen, scheitert kläglich.
Doch dann wendet sich das Blatt: Die Familie erhält eine neue, bessere Wohnung und der Vater eine Anstellung als Agronom und auch Alusias Mutter schöpft neue Kraft und Mut und kommt aus ihrem selbstgewählten Schneckenhaus, in dem sie in der neuen Wohnung eine polnische Bibliothek gründet und somit Kontakte zu anderen Überlebenden des Holocaust schafft.
Aliza Olmert gelingt der Spagat zwischen gefühlvollen Schilderungen und authentischen Fakten. Und das so eindringlich – und dennoch leichtfüßig – dass man von der ersten Seite an, mit Alusia fühlt, mit ihr in das fremde Land reist, das ihre “wahre” Heimat werden und sein soll und in dem es dennoch erst keinen rechten Platz für sie zu geben scheint.
Der Roman ist darüber hinaus ein Stück Zeitgeschichte der Gründerjahre Israels. Ein Zeugnis von Sprachlosigkeit und seelischer Zerrüttung der Menschen, die die Schreckensjahre des Holocaust überlebt haben.
Ich möchte mit zwei Zitaten aus “Ein Stück vom Meer” enden:
“Die Menschen sind aus einem brüchigen Material gemacht. Man kann sie leicht zertrampeln”
“Stolz ist eine Art Liebe...”
und verneige mein literarischen Haupt vor der Menschlichkeit, die aus diesem Buch spricht und die weder aufgesetzt noch theatralisch ist! Und so ist der Leser am Schluss erleichtert, dass Alusia und ihre Eltern, neben der “Familie, die es nicht mehr gibt”, nicht auch noch die eigene verlustig gegangen sind.
Fazit: Ein wundervoll menschlicher Roman über eine Familie auf der Suche nach einer neuen Heimat. |
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| Alisha Bionda -
2008-05-17 00:00:00 |
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