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Hakan Nesser
 
 
 
Patricia Cornwell
Wer war Jack the Ripper? - Porträt eines Killers
 
Verlag: Hoffmann und Campe
Format: Gebundene Ausgabe, 414 S.
Preis: 22,90 €
ISBN: 9783455093650
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Klapptext:
Zwischen August und November 1888 wurden in dem Londoner Stadtteil Whitechapel fünf Frauen ermordet. Es war vor allem die Grausamkeit, mit der sie umgebracht wurden, die große Panik unter der Bevölkerung hervorrief. Von da an hatte der Serienmord einen Namen: Jack the Ripper.

Seit über hundert Jahren ist die Identität des Serienmörders ungeklärt und eines der größten Geheimnisse der Kriminalgeschichte. Unzählige Theorien entstanden, die verschiedenste Täter präsentierten, unter anderem ein Mitglied des Könighauses, einen Barbier, einen Arzt und einen Künstler. Patricia Cornwell hat ihre hervorragenden forensischen Kenntnisse und modernste polizeiliche Ermittlungsmethoden mit dem historischen Beweismaterial kombiniert und legt stichhaltige Beweise vor, dass der Täter der Whitechapel-Morde der berühmte Maler Walter Sickert gewesen sein muss.

Mit Hilfe neuester Techniken hat sie Walter Sickert als Urheber der berüchtigten Briefe ausgemacht, die der Whitechapel-Mörder einst an die Polizei schickte. Eine genaue Analyse seiner Gemälde zeigt, dass der Künstler darauf regelmäßig die gruselige Verstümmelung seiner Opfer darstellte. Auch die Entwicklungsgeschichte von Sickert, dessen Jugend durch eine angeborene Missbildung beeinträchtigt war, liefert weitere Indizien. Alle Erkenntnisse zusammen ergeben das überzeugende Psychogramm eines Serienmörders.

Die Bestsellerautorin Patricia Cornwell hat ihr Wissen in moderner Kriminalistik auf geniale Weise mit ihren Fähigkeiten als Romanschriftstellerin verbunden und ein packendes Sachbuch geschrieben.
 
Grosse-Literatur.de-Rezensionen:
Bedrückend, erschreckend, packend und zugleich abstoßend. Adjektive die allesamt zu Patricia Cornwell`s neuem Buch, Wer war Jack the Ripper? passen.
Cornwell hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Mysterium, welches sich um den Frauenmörder des Londoner Millieus rankt, zu lüften.

Die Szene: 1888. Eine grausige Serie von Morden versetzt London in Angst und Schrecken. In den düsteren Gassen der Stadt werden die Leichen von fünf Prostituierten gefunden. Ihnen wurden Kehlen durchgeschnitten, sie wurden furchtbar verstümmelt, die Leiber wurden aufgeschlitzt, Organe entnommen, die Genitalien verunstaltet.
Die Polizei erhält Briefe, die angeblich vom Mörder stammen. Der Absender macht sich lustig über die Polizei und deren mitnichten erfolgreichen Ermittlungen. Er unterschreibt mit "Jack the Ripper".
Doch die Polizei tappt weiterhin im Dunkeln. Bis zum heutigen Tage tut sie das, nachdem im Laufe der Zeit unzählige Menschen verdächtigt wurden. Das Mysterium des Jack the Ripper lebt.

Doch nun kommt Patricia Cornwell und lüftet das Geheimnis; klärt den Fall auf. So zumindest scheint sie die Sache zu sehen:
Als ehemalige Gerichtsmedizinerin wollte Cornwell die Geschichte um Jack the Ripper nicht nur einfach der vielen Sagen und Gerüchten entsprechend erzählen; sondern sie wollte wissenschaftlich analysieren und beweisen. Ihr Buch stellt daher keineswegs nur einen simplen Roman, vermischt mit Sachbuch-Nuancen dar. Er soll vielmehr eine hieb- und stichfeste Beweisführung einer, zwar mittlerweile in die Welt der Schriftsteller entrückte, dennoch, durch ihre berufliche Geschichte durchaus ernstzunehmende Patricia Cornwell sein.
Doch um dies vorwegzunehmen: hieb- und stichfest sind ihre Hinweise, die zum wahren Mörder führen sollen, nicht.

Nach jahrelangen millionenteuren Recherchen kommt Cornwell zu folgendem Ergebnis: Jack the Ripper müsse der deutsche Maler Walter Sickert, der im Jahr der Morde, 1888, 28 Jahre alt war, gewesen sein.

Cornwell beschäftigte ein ganzes Team von Wissenschaftlern: forensische Mediziner und Fotografen, Graphologen, Kunsthistoriker, Fingerabdruck- und Papierexperten, sowie DNA-Analytiker. Sie kaufte Sickerts Zeichentisch und Originale seiner Gemälde und Skizzen. Außerdem besitzt sie Kopien der Ripper-Briefe, Akten, Berichte und Fotos der Opfer.
Anhand dieser Dinge stellte Cornwell ihre Theorie auf. Beweisen will sie diese mit Bildanalysen, Fingerabdrücken, Wasserzeichen auf Sickerts Briefen, die mit denen der Briefe des Mörders übereinstimmen, sowie Gemälde Sickerts, die ermordete Frauen darstellen.
Desweiteren versucht Cornwell eine Art Täterprofil des Killers und ein entsprechendes psychologisches Profil Sickerts zu erstellen. Nach ihrer Auslegung entsprechen sich beide.
Für den Leser bleibt zumindest dieser Punkt nicht nur sachbuchliche Beschreibung:

Denn Cornwell läßt den Menschen Walter Sickert durch ihre Beschreibung nahezu auferstehen. Sie erzählt seine Geschichte von Geburt an. So verschafft sie dem Leser nicht nur einen Einblick in die Psyche Sickerts, sondern bringt es auch fertig, fast eine Art Gefühl zu ihm entstehen zu lassen.
Der Leser lernt seine Art zu leben kennen: Sickert verkleidet sich ständig, schläft kaum, benutzt verschiedene Namen, reist viel und ist, was ihn wohl vor allem beeinflußt, sehr geprägt durch seinen angeborenen Behinderung: er war bei Geburt weder Mann, noch Frau. Zahlreiche Operationen machten ihn zu dem, was er später darstellte; einen Mann, der jedoch für immer zeugungsunfähig bleibt. Hier liegt vielleicht ein Schlüssel zu seinen evtl. Taten.
All diese Tatsachen scheinen nicht unbedingt Eigenschaften eines fanatischen, irren oder wahnsinnigen Menschen zu sein. Sickerts Geschichte erscheint nachvollziehbar, menschlich. Keineswegs eindeutig als Geschichte eines Mörders erkennbar.
So wird für den Leser fast nachvollziehbar, daß Sickert der Täter gewesen sein muß. Und genau das ist es, was erschreckend ist: man kann das Denken des Sickert so sehr nachvollziehen, daß man über sich selbst erschrickt, wenn man sich vorstellt, Sickert wäre tatsächlich der Mörder. Denn so fern ist ein normaler Bürger dann dem fanatisch mordenden Menschen plötzlich gar nicht mehr.

Betrachtet man das Buch jedoch, statt als einen Roman, als ein Sachbuch, als wissenschaftliche Beweisführung; so fallen einem Fehler, Ungereimtheiten und Übertreibungen auf. Es könnte Sickert gewesen sein, aber ebenso könnte es auch ein anderer, mit einer eben solchen Kindheit, einer ebenso großen Intelligenz und Phantasie gewesen sein.

In wissenschaftlichen Kreisen treffen Cornwells Untersuchungen auf geteiltes Echo: die einen nicken anerkennend mit dem Kopf (auch wenn ihre Theorie nicht wirklich bewiesen ist, aber einer wahrscheinlichen Version entspricht), andere weisen ihre Ergebnisse komplett von der Hand und kritisieren vor allem die nicht fachmännischen chronologischen Sprünge in ihren Ermittlungen. Dabei entstünden so große Lücken, das man mitnichten von einer Klärung des Falles sprechen kann.

Beispiele einiger Fehler sind z.B. das auf keinem von Sickerts Bildern Morde dargestellt sind, keines der Gesichtern Ähnlichkeiten mit den Opfern hat, und seine Akt-Modelle keineswegs verstümmelt oder tot aussehen, wie Cornwell beschreibt. Der Ripper war jahrelang Tagesgespräch, und dass ein Künstler sich davon inspirieren ließ, macht ihn noch nicht zum Mörder.

Genau betrachtet bleiben also viele Einwände, die eine eindeutige Schuldzuweisung verbieten. Für einen spannenden Roman, mit einer packenden Geschichte ist Cornwell`s Jack the Ripper jedoch Goldes wert. Cornwell versteht es, ihren Leser in die Welt des viktorianischen Londons hineinzuversetzen und ihm die nächtlichen Straßen Londons und ebenso die fürchterlichen Morde bildlich näher zu bringen.
So mitgenommen hat mich schon lange kein Buch mehr. Und vielleicht ist die Geschichte dieses Mörders gerade nur deshalb so spannend weil niemand wirklich weiß, wer es war.



Manaya, Grosse-Literatur.de
 
 
 
 
   
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