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| Andrew Davidson |
| Gargoyle |
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Original: The Gargoyle
Verlag: Bloomsbury
Format: gebunden, 576 S.
ET: 01 / 2009
Preis: 22,00 €
ISBN: 9783827007827
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| Klapptext: |
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| Ein Mann fährt eine dunkle Straße entlang, als er plötzlich geblendet wird, sein Wagen in eine Schlucht stürzt und Feuer fängt. Er überlebt, wird mit schwersten Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert — und hat in den Wochen der Rekonvaleszenz nur einen Gedanken: wie er nach seiner Entlassung Selbstmord begehen kann. Doch da taucht eines Tages eine mysteriöse Frau an seinem Krankenbett auf, die schöne Marianne Engel, Bildhauerin beeindruckender Gargoyles. Sie behauptet, sie seien einst Liebende gewesen — vor siebenhundert Jahren in Deutschland, als sie eine Nonne war und er ein Söldner auf der Flucht. Ist diese Frau einfach verrückt? Oder ist sie der rettende Engel, der ihn aus seiner Verzweiflung und Todessehnsucht erlösen wird? |
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| Biographie: |
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| Andrew Davidson wurde 1969 in Pinawa, Kanada, geboren. Nach seinem Literaturstudium an der University of British Columbia lebte er mehrere Jahre in Japan und konzipierte Englischkurse für japanische Internetseiten. Sein Debütroman "Gargoyle" wurde bereits vor Erscheinen in 26 Länder verkauft und stieg sofort in die New-York-Times-Bestsellerliste ein. |
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| Unsere Meinung: |
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„Gargoyle“ haut seine Leser von der ersten Seite an schlichtweg um. Man ist hin- und hergerissen, ob man den Hauptcharakter nun mögen oder verachten soll und irgendwie wächst er einem schließlich doch ans Herz.
Er ist betrunken und auf Drogen als er von der Straße abkommt und einen Steilhang hinab rast. Das Auto fängt schließlich Feuer und verbrennt seinen Insassen fast bis auf die Knochen. Doch schließlich fällt das Wrack in einen Bach; die Flammen werden gelöscht. Er hat die Feuerhölle überlebt. Es vergehen Monate bis er aus dem Koma erwacht. Die ersten Gedanken gelten seinem ausgeklügelten Selbstmord nach der Entlassung. Doch eines Tages erhält er Besuch von einer geheimnisvollen Frau – Marianne Engel – die ihn seitdem immer wieder besucht. Sie erzählt ihm von ihrem Leben und ihrer Liebe vor mehr als siebenhundert Jahren. Er ist hin- und hergerissen ihr zu glauben oder sie für schizophren oder manisch-depressiv – oder beides - zu halten. Auch wenn seine Einschätzung ihres Geisteszustands immer mehr der letzteren entspricht, bewirkt Marianne in ihm dennoch eine starke Veränderung - auf sich, das Leben und die Liebe ...
Zu Beginn hat man hier und da mit dem eigenen Ekel zu kämpfen, so detailliert und schockierend sind die Beschreibungen der Verbrennungen des Protagonisten und seines späteren Heilprozesses – auf die Idee, das Buch aus der Hand zu legen, kommt man jedoch nicht. Vielmehr ist man fasziniert von der schieren Erzählfreude des Autors, der gekonnt mit Worten spielt und seinen Debütroman dem Leser zu einem echten Lesespaß werden lässt.
Geschickt verwebt Andrew Davidson historische Erzählungen in seinen Roman. Denn neben dem Protagonisten taucht auch der Leser tief in Mariannes Erzählungen vom Deutschland des frühen 14. Jahrhunderts, einem mittelalterlichen Japan oder Island zur Winkingerzeit ein. Dabei erzählt der Autor von Glauben, Klöstern, der Buch- und Schreibkunst, der jeweiligen Landschaft und folgenschweren Entscheidungen aus Liebe. Man ist überrascht mit welchen Details der Autor über diese damalige Zeit aufwartet, so dass nicht nur das alte Mainz vor dem Auge des Lesers Wirklichkeit wird.
Der Leser taucht ein in eine Geschichte, von der man am Anfang nicht ahnt, was sie einem erzählen wird und auch während des Lesens ist man immer wieder überrascht, welch spannende Wendung die Handlung nimmt. Langeweile kommt hier also nicht auf!
Dabei sind die Figuren, die der Autor geschaffen hat, und die in diesem Roman zum Leben erwachen, dem Leser schon bald ans Herz gewachsen; allen voran der Hauptcharakter, dessen Namen man auch bis zum Ende nicht erfährt. Die Wandlung, die er durchmacht ist schon beachtlich und vermag es sogar den Leser zu überraschen.
Besonders gefallen hat mir auch, dass Andrew Davidson dem Leser keine Meinung aufzwingt, ob Mariannes Erzählungen nun tatsächlich wahr sind oder die pure Erfindung eines kranken Geistes. Man ist bis zuletzt unentschlossen und denkt auch noch lange nach dem Lesen über die Geschichte und ihre Figuren nach. Der Hauptprotagonist, der letztlich von seiner Zeit rückblickend erzählt, gibt uns lediglich Denkanstöße und lässt uns dann mit unseren eigenen Gedanken zurück.
Fazit: Ein spannender Roman über die seelische Veränderung eines Menschen, geschickt mit Historischem vereint. Eine Geschichte, die tief beeindruckt, nachdenklich stimmt, aber auch richtig Spaß macht. Andrew Davidson schreibt mit einer ungeheuren Erzähllust und nimmt seine Leser damit von der ersten Seite an gefangen.
   
Sandra Kuhn, Redaktion Grosse-Literatur.de
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