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| Annerose Sieck , Jörg-Rüdiger Sieck |
| Heilerinnen im Mittelalter |
| Das verlorene Wissen der Frauen |
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Verlag: tosa
Format: gebunden, 128 S., 60 farb. Abb.
ET: D 02/2008
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-3-85003-203-2
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| Klapptext: |
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Seit Menschengedenken hüteten Frauen die Geheimnisse um das Wohl des Menschen: Sie waren Pflegerinnen, Ratgeberinnen, Hebammen und Heilkundige in einer Person und genossen hohes Ansehen. Sie kannten sich mit Heilkräutern aus, wussten die besten Standorte seltener und begehrter Exemplare und waren damit vertraut, wann gepflückt werden musste, damit sie ihre magische Kraft am besten entfalten konnten. Als Hebammen beherrschten sie die Möglichkeiten der Geburtenkontrolle und wussten um die natürlichen Mittel zur Abtreibung oder Schwangerschaftsverhütung. Weise Frauen hießen sie im Volksmund.
Die "Ärztinnen des Volkes" waren im Mittelalter die wichtigsten Ansprechpartner, wenn es um Krankheit, Liebeskummer oder ums Kinderkriegen ging. Ihnen vertraute man mehr als den männlichen Ärzten, meist Kleriker, denen es untersagt war, sich mit dem Frauenkörper intensiv zu beschäftigen. Der Glaube an die Kraft der Natur und das Vertrauen in die heilende Wirkung der Kräuter - und nicht in den christlichen Gott - wurde vielen Frauen zum Verhängnis. Sie wurden der Ketzerei verdächtigt, und ihre Heilkunst, weil undurchsichtig, galt als Hexenwerk. Im Zuge der Hexenverfolgungen gerieten sie wie viele andere in Misskredit und waren zum Teil grausamen Verfolgungen ausgesetzt.
Annerose und Jörg-Rüdiger Sieck begeben sich auf Spurensuche nach Frauen, die in einem patriarchalischen System, in dem das weibliche Geschlecht ansonsten keine gewichtige Rolle spielte, zu "Ärztinnen des Volkes" wurden. Ihr Leben und Wirken, ihre "Künste" und ihr Wissen um Heilpflanzen stehen im Mittelpunkt des Buches.
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| Unsere Meinung: |
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Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube an Wissen; und dieses wird hier nicht in der Schnelligkeit eines Lexikons vermittelt, sondern in gegliederten, kurzen Kapiteln zum Verdauen, zum Staunen, zum Nachdenken, zum Kopfschütteln ...
Die Autoren vermitteln interessant und fast spannend, die Rolle der Frau von der Antike bis zum Ende des Mittelalters, als Göttin, Nonne, Kräuterfrau, Hebamme, Baderin und Ärztin. Der Leser begibt sich dabei auf eine spannende Reise, durch unsere Geschichte, lernt viel über bekannte Frauengestalten wie Hildegard von Bingen, Elisabeth von Thüringen, Trotula und vielen weiteren mutigen und intelligenten Frauen.
Wir lernen, dass die Versorgung vor, während und nach der Geburt von Anbeginn der Zeit Frauensache war. Die umfangreichen Kenntnisse, die eine Hebamme im Laufe der Jahre erwarb und ihr damit ein sehr hohes Ansehen in der Gemeinschaft verschaffte, war jedoch schon sehr früh ein Dorn im Auge der Männer und der Kirche ...
Aber selbst im frühen Mittelalter weiß unsere Geschichte von weiblichen Ärzten zu berichten, die - ganz wie ihre männlichen Kollegen - umfangreiche Abhandlungen verfassten, von Baderinnen, die Chirurgie praktizierten (da dieses „Handwerk“ unter dem Niveau der männlichen Ärzte lag), von weisen Frauen, die auf uralte weiße Magie zurückgriffen und von Nonnen und auch Herzoginnen, die sich ganz der Pflege Bedürftiger Menschen verschrieben ...
Die Autoren gehen aber auch auf einige Hexenprozesse ein und schildern anschaulich wie es vermutlich dazu kam und deren Folgen anhand einiger Frauenbeispiele. Sie führen dem Leser vor Augen mit welcher Sinnlosigkeit so viele heilkundige Frauen verurteilt wurden, da sie angeblich mit dem Teufel im Bunde seien.
Für mich ist dieses Buch und das darin enthaltene Wissen zu einer unentbehrlichen und nahezu fesselnden Lektüre geworden, war ich doch erstaunt, wie "fortschrittlich" die Frauen auch in Bezug auf Verhütung waren, ich war geschockt über die Rolle der Frau, die ohne jegliche Rechte ihren Männern absolut unterworfen und hilflos ausgeliefert war und noch mehr über die vielen sinnlosen Tode aufgrund von "Belanglosigkeiten".
Fazit: Ein Stück Geschichte unterhaltend erzählt. Absolut empfehlenswert!
   
Sandra Kuhn, Redaktion Grosse-Literatur.de
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