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Hakan Nesser
 
 
 
Minette Walters
Im Eishaus
 
Original: Ice House
Verlag: Goldmann
Format: broschiert, 348 S.
ET: D 1997
Preis: 8,00 €
ISBN: 3-442-05962-3
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Klapptext:
Handelt es sich bei der Leiche im Eishaus des englischen Landsitzes Streech Grange um die sterblichen Überreste des Hausherrn David Maybury? Seit zehn Jahren fehlt von ihm jede Spur, und für die Dorfbewohner gibt es nur eine Erklärung: Phoebe Maybury hat ihren Mann umgebracht. Daß sie sich seit damals mit zwei Freundinnen zu einer geheimnisvollen Lebensgemeinschaft auf dem Landsitz zurückgezogen hat, erhöht das Mißtrauen der Leute noch zusätzlich. Und auch Inspector Walsh ist überzeugt, Phoebe endlich den Mord von damals nachweisen zu können. Doch schon bald stellt sich heraus, daß der Fund der Leiche nicht genügt, um das dunkle Geheimnis von Streech Grange zu lüften.

Minette Walters bewies bereits in diesem Debütroman "Im Eishaus" ihre Fähigkeit mehrdimensionale Charaktere zu schaffen und läßt darüber hinaus, immer wieder geschickt Überraschungsmomente einfließen. Die Lebendigkeit ihrer Texte werden auch durch die Dialofge untermauert - die humorvoll immer eine Prise Ironie erkennen lassen.
 
Biographie:
Die Engländerin Minette Walters studierte Französisch und Literatur. Nach ihrem Examen arbeitete sie lange Zeit als Redakteurin für "British women`s weekly", einem Frauenjournal. Ihre schriftstellerische Tätigkeit begann mit dem Schreiben von Liebesgeschichten. Das damals verwendete Pseudonym gibt Minette Walters bis heute nicht preis.

1977 kündigte die Autorin ihren Zeitungsjob, um sich künftig nur noch der Schriftstellerei zu widmen. Sie schrieb in den folgenden Jahren erfolgreich Kurzgeschichten. 1989 begann Minette Walters ihren ersten Roman "Im Eishaus", der 1992 erschien. Für dieses Werk wurde ihr der "John Creasey Award" für den besten Kriminalroman verliehen.

Minette Walters lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Hampshire.
 
 
Meinungen anderer Leser:
"IM EISHAUS" war - nach "Die Bildhauerin" der zweite Krimi von Minette Walters, den ich gelesen habe und hatte daher nach dem großartigen Bildhauerin-Band einen schweren Stand.
So gut "Im Eishaus" auch ist, er hat mich nicht so gefesselt.
Dabei fängt er routiniert an.
Ein geheimnisvoller Leichenfund im alten Eishaus raubt den Bewohnern des Landsitzes Streech Grange die Ruhe. Ist der bis zur Unkenntlichkeit verweste Tote etwa David Maybury, der Gutsbesitzer der vor 10 Jahren spurlos verschwand und nie mehr auftauchte?
Der seinerzeit ermittelnde Inspektor Walsh vermutete, daß die Ehefrau, Phoebe Maybury ihrer Gatten ermordete, konnte ihre Schuld aber nicht beweisen - eben weil keine Leiche gefunden wurde.
Nun aber scheint er Phoebe Mayburyendlich überführt zu können.
Zur Seite steht ihm sein Assistent Sergeant Andy McLoughlin, der gerade von seiner Frau verlassen wurde.
Die Gerüchte um Mrs. Maybury werden immer weitgreifender.
Sie soll nicht nur ihren Ehemann, sondern auch ihre Eltern beseitigt haben.
Soll mit ihren Freundinnen, der Innenarchitektin Diana Goode und der Journalistin Anne Cattrall, die seit knapp zehn Jahren mit in ihrem Haus leben, eine lesbische Beziehung haben. Auch Hexenritualen und Satanskult sollen die Frauen praktizieren.

Einer Vorverurteilung steht also nichts im Wege. Die Dorfbewohner glauben allzu bereitwillig, daß was sie glauben wollen. Nur die Aussage des Dorfplayboys paßt nicht in das konstruierte Bild.
McLoughlin beginnt an der Schuld der Verdächtigten zu zweifeln. Zu undurchsichtig ist das Gutachten des Gerichtsmediziners und zu einseitig die Ermittlungen seines Vorgesetzten Walsh. Als wäre das nicht genug, verliebt sich der Sergeant auch noch in die eigenwilligste der drei Frauen. Doch er behält den Überblick. Mit Verstand und Spürsinn gelingt es ihm in letzter Sekunde einen Mord zu verhindern, und er entdeckt welches Geheimnis Streech Grange verbirgt.

Dieser spannende, psychologisch vielschichtige Roman enthält alles, was der Leser von einem Krimi erwarten kann. Minette Walters weiß es vortrefflich zu unterhalten und den Leser auf falsche Fährten zu locken. Mal webt sie Indizien ein, die zu beweisen scheinen, daß der Tote der verschollene Maybury ist. Dann aber kommen Fakten ans Tageslicht, die genau das Gegenteil beweisen.
Das hält den Spannungsbogen des Romans weitestgehend konstant. Und das ohne bluttriefende Knalleffekte.
Die Charaktere sind interessant und mehrdimensional. Besonders die Freundinnen, die nicht unterschiedlicher sein könnten! Ihre Stärken und Schwächen beleben den Roman zusätzlich.
Aber auch McLoughlin ist ein wandlungsfähiger Charakter. Anfangs verspürt man noch ständig Lust ihm die spitzen Pumps in den Allerwertesten zu rammen, so verquer ist sein Auftreten. Und er hat den Spitznamen, den ihm Diana Goode gibt, redlich verdient. Er ist in der Tat ein "Muffel Macho" - doch dem "Schrumpfhirn" steht er tapfer entgegen.
Denn gerade der Sergeant entpuppt sich als besonders gelungene Schlüsselfigur der Handlung, wird immer mehr zur Hauptfigur. Was dem Plot außerordentlich gut bekommt. Besonders als McLoughlin beginnt, Walshs Arbeit kritisch zu beäugen, auch dessen Versuch ihn zu manipulieren.

Minette Walters zeigt deutlich die menschlichen Abgründe auf, die wohl in jedem von uns schlummern. Mehr oder weniger. Auch wie schnell der "gute" Nachbar von nebenan mit Verleumdungen und Vorurteilen bei der Hand ist.
Auch die Yellowpress bekommt ihr Fett weg.
Was mir bei Minette Walters immer wieder gefällt, ist die Tatsache, daß sie sich einer leichtverständlichen, wortwitzigen, aber nicht wortverliebten Sprache bedient. Dafür haben es ihre Handlungen und Charaktere umso mehr in sich. Und so sollte es sein.

Wer intelligente Krimilesekost haben möchte, ist bei Minette Walters und somit auch bei diesem Titel an der richtigen Adresse!
 
Alisha Bionda - 2008-01-30
 
 
weitere Titel von Minette Walters bei Grosse-Literatur.de:
Die Bildhauerin
 
 
 
 
   
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