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Hakan Nesser
 
 
 
Ronald Wright
Hendersons Speer
 
Original: Henderson's Spear
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch, 396 S.
ET: 11 / 2003
Preis: 15,00 €
ISBN: 9783423243841
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Klapptext:
Wer die schmutzigen Geheimnisse der Großmächte kennt, lebt gefährlich. In Tahiti sitzt Olivia unter Mordverdacht im Gefängnis, weil sie auf einer Jacht gesegelt ist, deren Besatzung den Folgen der Atomwaffentests im Pazifik auf den Grund zu gehen versucht. So hat sie Zeit, uns vom eigentlichen Zweck ihrer Expedition zu berichten: der Suche nach ihrem Vater, einem britischen Piloten, der seit dem Koreakrieg vermißt wird und dessen Tod nie offiziell bestätigt worden ist. Hat er Zuflucht auf den Marquesas gefunden? Und noch eine andere , noch ältere Geschichte erzählt uns Olivia: die ihres Vorfahren Frank Henderson, der als Begleiter von Prinz George und Prinz Eddy, den Enkeln von Königin Viktoria, in die Südsee gereist ist. Und auch hier ruht ein böses Geheimnis. - "Henderson Speer" ist eine leidenschaftliche und abenteuerliche Geschichte, die uns bis zum überraschenden Ende in ihren Bann schlägt.

"Ein phantastisch geschriebener Roman, dessen Figuren und Schauplätze dem Leser für immer im Gedächtnis bleiben." LOS ANGELES TIMES

"Eine großartige Geschichte von Grausamkeit, Liebe und Mord." NEW YORK TIMES BOOK REVIEW

"Hendersons Speer ist so kraftvoll wie ein Sonnenuntergang in der Südsee." CNN
 
Grosse-Literatur.de-Rezensionen:
Eine Frau sucht nach ihrer Familiengeschichte - in der Südsee.

Die Dokumentarfilmerin Olivia Wyvern sitzt im Frauengefängnis von Arue auf Tahiti und wird fälschlicherweise verdächtigt, den Tod einer jungen Frau verschuldet zu haben. Eindeutige Indizien liegen hierfür nicht vor; die Angelegenheit scheint eher eine politische zu sein. Dennoch: Olivia sitzt fest und die Schwere der Anklage löst sich nur langsam auf. Um die Zeit, die Stille und die Einsamkeit hinter Gittern zu ertragen, vertieft sie sich in das Verfassen eines Briefes – eine Art Lebensbericht - an ihre Tochter, die sie nicht kennt. Mit 16 Jahren hatte sie das Kind in England zur Welt gebracht und sofort zur Adoption freigegeben.

Die inzwischen erwachsene Tochter hatte Erkundigungen über Olivia eingeholt und sie im fernen Tahiti aufgespürt. Hier überschneiden sich die Schicksale der beiden Frauen; denn wie heute Olivias Tochter, so hat auch viele Jahre zuvor, Olivia selbst begonnen, nach ihren Wurzeln zu suchen. Auf diese Weise – auf der Suche nach ihrem Vater – gelangte sie nach Tahiti. Der Air-Force-Pilot wurde 1953 im Koreakrieg als vermisst gemeldet. Olivias Mutter hatte nie an den Tod ihres Mannes geglaubt. Warum war sie sich dabei so sicher?

Olivia folgt einem Hinweis, dass er desertierte und auf den pazifischen Marquesas- Inseln Zuflucht fand.

Doch diese Geschichte ist nur der eine Teil von „Hendersons Speer“. Auch beim zweiten Teil des Buches handelt es sich um eine Art „Familienrätsel“. Dieses entführt sowohl den Leser als auch Olivia ebenfalls in die Südsee: der lange, wunderbar gearbeitete Speer aus schwarzem Holz, Erbstück eines Vorfahren der Familie, namens Henderson, hing jahrelang im Wohnzimmer der Familie. Er war sozusagen ein Heiligtum; doch viel wussten Olivia und ihre Schwester nicht von ihm.

Als ihre Mutter stirbt, findet Olivia die Tagebüchern des ominösen Herrn Henderson im Keller und beginnt zu lesen: Henderson schreibt, wie er den Kronprinzen Edward ("Eddy") und seinen Erzieher Dalton auf einer "Bildungsreise" begleitete. Auf der Marquesa-Insel Nuku Hiva spielte sich ein Drama ab, das Henderson nur dem Tagebuch anvertraute. Was er mitbrachte, war der Speer. Eine Trophäe? Ein Geschenk.

In "Hendersons Speer" verknüpft er authentische und fiktive Ereignisse in Kolonialzeit, Nachkriegszeit und Gegenwart. Die Bildungsreise von "Eddy", Sohn Edwards VII. und Enkel von Königin Victoria, hat 1879- 1882 wirklich stattgefunden.

"Eddy" war das schwarze Schaf der königlichen Familie. Vor allem wegen seinen Beziehungen zur Unterwelt wurde er sogar verdächtigt, Jack the Ripper zu sein.

Auch Commander Francis B. Henderson hat wirklich gelebt - ein Verwandter von Wright.

Was der Roman-Henderson als geheime Episode schildert, entspringt Wrights Fantasie. Dennoch sagt er selbst, er habe sich dabei so genau wie möglich an den historischen Kontext der Reise gehalten.

Unter anderen haben Autoren wie Herman Melville („Moby Dick“, "Taipi") unser heutiges Bild der Südseeregion geprägt.

Das Bild von den "edlen Wilden" und der Südseeromantik überdeckt das wahre Gesicht der Inseln. Wright versucht, das wahre Schicksal der Region zu beschreiben; das Paradies wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts zerstört – durch Kriege, Plünderungen und Atomversuche.

Olivia dringt während der Suche nach ihrem Vater in dieses gewesene Paradies ein und tritt dabei wichtigen Menschen der Politik, Wirtschaft – kurz, den Machtmenschen -auf die Füße. Vielleicht wird sie deshalb „verwahrt“.

Wright haucht seinen Personen Leben ein und erschafft einen Dialog zwischen Gegenwart und historischer Vergangenheit. Diese zwei Zeiten verdeutlicht er auch in der Wahl seiner Sprache: so schreibt Olivia in einem gut lesbaren, modernen deutsch, während die Sprache Hendersons, die Wortwahl des 19. Jahrhunderts trifft.

Der Leser fiebert mit – in zwei Geschichten, die miteinander verknüpft sind.

Die Geschichte liest sich gut; der Leser verfängt sich gleich in der tragisch spannenden Geschichte Olivias. Mir selbst ging es so, dass ich Olivis Erzählungen sofort gespannt folgen konnte; während mir die Sprache Hendersons sehr schwer fiel. Gar zu altertümlich und umständlich formuliert Henderson sein Tagebuch.

Doch einmal reingelesen, tauchen die Bilder Hendersons Geschichte förmlich vor dem inneren Auge auf. Leser historischer Romane, Schicksalsgeschichten sowie Abenteuerromanen kommen bei Whright auf ihre Kosten.

Ein gut recherchiertes Buch, kraftvoll geschrieben – Tahiti wird dem Leser in Erinnerung bleiben. Welche Bücher hat Whright ausserdem geschrieben? Ich bin gespannt....

 

Manaya, Grosse-Literatur.de
 
 
 
 
   
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