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| Christian von Aster |
| Nachmieter gesucht |
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Verlag: Medusenblut
Format: broschiert, 122 S.
ET: D 05/2004
Preis: 10,00 €
ISBN: 978-3-935901079
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| Klapptext: |
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"Ich gebe zu, dass es keine besonders schöne Geschichte ist. Aber was will man machen? Dafür gibt es Groschenromane und Seifenopern. Keine Wand der Welt besitzt das Bedürfnis, einen Menschen zu schonen."
Und es sind Wände, welche die sieben Geschichten des Bandes NACHMIETER GESUCHT ... erzählen. Die Wände alter Häuser, einsamer Hütten oder städtischer Wohnungen, die dem Insassen einer Psychiatrie schonungslos vom Unglück ihrer Bewohner oder Besucher berichten, und so ein düster groteskes Bild des menschlichen Zusammenlebens zeichnen. |
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| Meinungen anderer Leser: |
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Über Christian von Aster gäbe es viel zu sagen, denn das Multitalent ist ein "Hans Dampf in allen Gassen" – so auch in der Literatur. Das beweist er in "Nachmieter gesucht" einmal mehr. Der Autor versteht es, den Leser von der ersten Zeile an in seine skurilen und unheimlichen Welten zu ziehen und seine scharfen Sprachkrallen in ihn zu schlagen.
Michael Siefener, selbst eine Größe in der düsteren Phantastik, aber auch Autor von Eifelkrimis und seines Zeichens Übersetzer, verfasste ein einleitendes Vorwort, das dem Leser den Weg in den Band ebnet, der sieben Erzählungen beinhaltet, durch die sich ein roter Faden zieht: Häuser und ihre Bewohner und deren Geschichten.
Ich möchte über den Inhalt des hundertzweiundzwanzig Seiten starken Bandes nicht zu viel Worte verlieren, weil Kurzgeschichten nur durch die Worte der Autoren leben sollten, daher sei nur ein knappes Statement zu jeder Story abgeben.
Haus im Wald
Man nehme einen Urlauber, schicke ihn in ein Haus im Wald – und schon geschehen aberwitzige Dinge, die die Frage aufwerfen: Kann ein Haus leben? Können seine Wände aus Haut, Fleisch, Nerven, Muskeln und Sehnen bestehen?
Die Mieter
Dieser Text mahnt: Seien Sie auf der Hut, wenn Sie eine Wohnung in einem Haus beziehen, dessen Bewohner alle im Rentenalter sind. Vor allem, wenn Sie auf einen geheimen Innenhof stossen, zu dem man Ihnen vehement den Zutritt verweigert.
Der letzte Frühling
Eine kurze fabulös anmutende Vision von dem Einzug neuer Nachbarn, deren kleiner Tochter Sarah und einem wundersamen Baum.
Der Schrank
Und wieder ist ein Haus und seine mysteriöse Mietergemeinschaft "Tatort" der Handlung, die die Geschichte des kleinen Jakob Erdmann erzählt, der im Keller des Mietshauses einen Schrank entdeckt, der einen morbiden Inhalt verbirgt.
Schneeschmelze
Fünf Freunde in der Steiermark geraten in einen Schneesturm, verlieren einen ihrer Kumpanen und suchen Zuflucht in einer Hütte. Dort finden sie ein "Tagebuch" mit höchst beunruhigendem Inhalt.
Die flüsternden Eiben von Eisenstein
Schauplatz dieser Geschichte ist der kleine Ort Eisenstein an der Grenze zu Österreich.
Joseph Blümstein erbt dort ein Grundstück aus altem Familienbesitz, auf dem ein Fluch liegt, denn ständig erhängen sich Menschen an den Eiben, die auf dem Grundstück stehen.
Doch Joseph Blümstein schmiedet einen gewinnträchtigen Plan, wie mit dem fluchbeladenen Land Geld zu machen ist - und stößt an seine Grenzen.
Der Spielplatz
Hartmann zieht in ein Haus, das einer einzigen Freakshow gleicht. Besonders ein absonderbarer Junge sucht ihn immer wieder heim – mit fatalen Folgen.
Und somit wäre ich schon am Ende und jeder Leser wird wie ich Bedauern verspüren, dass sich der Band allzu rasch schließt. Doch sicher wird Christian von Asters Ideenschmiede weitere Werke freigeben ...
Dieser Kurzgeschichtenband könnte unter dem Motto stehen: "Wenn Steine reden". Aber wozu braucht man Steine wenn man Christian von Aster hat, denn dieser versteht es zu fabulieren. So drehen sich seine Wortgebilde in diesem Band um Steine – die Mauern bilden, Häuser festigen, aber auch in uns sind. Die uns abschotten von unseren Mitmenschen, uns einengen und in Zweckgemeinschaften pressen.
Die vorliegenden Episoden beleuchten das von vielen Seiten und unterhalten meisterlich.
Das ansprechende Titelbild, das gute Papier und der einwandfreie Druck runden die Sache ab.
Fazit:
Interessantes Oberthema, das spannend-phantastisch umgesetzt wurde und kurzweilige Lesestunden verschafft. |
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| Alisha Bionda -
2008-06-10 |
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