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Hakan Nesser
 
 
 
Ben Aaronovitch
Schwarzer Mond über Soho
 
Original: Moon over Soho
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Format: Taschenbuch, 416 S.
ET: 07 / 2012
Preis: 9,95 €
ISBN: 9783423213806
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Klapptext:
Die Melodie des Todes

Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist - die Magie. Peters Vorgesetzter, Detective Inspector Thomas Nightingale, ist der letzte Magier Englands und Peter seit kurzem bei ihm in der Ausbildung.

Was im Moment vor allem das Auswendiglernen von Lateinvokabeln bedeutet, die uralten Zaubersprüche wollen schließlich korrekt aufgesagt werden. Doch als Peter eines Nachts zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, verliert das Lateinstudium auf einmal seine Dringlichkeit. Peter findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, plötzlich verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu ...
 
Grosse-Literatur.de-Rezensionen:
Peter Grant ist nicht nur der einzige Zauberlehrling innerhalb der Londoner Polizei, er ist zur Zeit auch der Einzige in seiner gesamten (magischen) Abteilung – die zugegeben insgesamt nur aus zwei Leuten besteht -, seit sein Vorgesetzter Nightingale während der letzten Ermittlungen angeschossen wurde. Man könnte nun meinen, dass in London nicht so viele Fälle mit magischem Hintergrund auftreten, doch leider weit gefehlt. Und so hat Peter allerhand um die Ohren: er muss einen übersinnlichen Mörder finden, der Musiker nach ihrem Auftritt hinwegrafft, ein (wahrscheinlich) weibliches Individuum aufspüren, das Männern ihr bestes Stück „abbeißt“ und bekommt es zudem mit einem Magier der Hohen Schule zu tun, der regelrechte Laborversuche durchführt und natürlich so manche Leiche im Keller hat. Da bleibt kaum Zeit für ein bisschen Privates. Doch da ist seit neuestem auch diese bezaubernde Frau, und die Anziehungskraft sogar beiderseits ...

Man muss es Ben Aaronovitch einfach zugestehen: seine Geschichten sind so gänzlich anders als bisher Gelesenes in diesem Bereich: frischer und unkomplizierter. Er schafft es ausnehmend gut, das Fantastische in unsere reale Welt zu integrieren, dass hier einfach alles stimmig und echt erscheint. Hier ist Magie noch harte Arbeit und umso schwieriger zu erlernen. Davon bekommt man an der Seite des charismatischen Polizei-Zauberlehrlings einen recht guten Einblick.

Andererseits hat dieser zweite Band genau da weitergemacht, wo Band eins endete: mit ziemlich vielen, langen, ausführlichen Erklärungen über Polizeiarbeit, Szene und manchmal sogar ein wenig Geschichtliches; Passagen, die Spannung manchmal wirklich vereitelten. Gerade passiert etwas Fesselndes und schwupps verliert sich der Autor in Abschweifungen. Das ist ab und zu durchaus ganz nett und prägt schließlich zu einem Großteil den Charakter dieser Geschichte, andauernd aber leider schon manchmal nervig. Zeitweise habe ich deshalb sogar die Lust am Weiterlesen verloren.

Dennoch muss ich zugeben, dass mich der Autor doch immer wieder einfangen konnte, denn schließlich ist diese Geschichte wirklich unterhaltsam – wenn auch mit so mancher Länge – und eben einfach mal etwas anderes. So ein Krimi mit magischem Flair hat eben wirklich seinen Reiz.
Diesmal hat es Peter auch gleich mit verschiedenen Fällen zu tun, die dem Geschehen noch ein wenig mehr Fülle verleihen, man als Leser aber dennoch einen guten Überblick behält. Dieser Band endet mit einem „teilweisen Ende“, in dem ein Fall aufgeklärt wird, die anderen jedoch ungelöst bleiben und wahrscheinlich – wie das auch in diesem Band der Fall war - nahtlos im Folgeband weitererzählt werden. Und dann noch ein fieser Cliffhanger!

Fazit: Ben Aaronovitchs Geschichten um den jungen Police Constable Peter Grant und seine Ermittlungen in Londons kleinster Abteilung – die fürs Magische – haben Kultcharakter und bieten vorallem zwei Dinge: einen erfrischenden Mix aus polizeilichen Ermittlungen und fantastischem Geschehen sowie der smarten Hauptfigur selbst. Dabei ist Peter Grant kein Superheld. Im Gegenteil erscheint er manchmal sogar ein wenig unbeholfen, übervorsichtig und gänzlich normal. Gerade das macht ihn jedoch überaus sympathisch, weshalb ich gern Zeit an seiner Seite verbringe, um mit ihm den magischen Teil Londons kennenzulernen. Leider kommt auch Band zwei nicht ohne die „Aaronovitch-typischen Längen“ aus, in denen sich der Autor für meinen Geschmack einfach zu oft und lang in Details und Erklärungen ergeht. Lust auf den dritten Band habe ich trotzdem, gerade wegen den letzten Geschehnissen am Schluss, die mich ungemein neugierig zurücklassen!

   

Sandra Kuhn, Grosse-Literatur.de
Der erste Band von Ben Aaronovitchs Urban-Fantasy-Reihe „Die Flüsse von London“ ist einem im Gedächtnis geblieben. In „Schwarzer Mond über Soho“ geht es nahtlos mit der Geschichte um Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant weiter. Kollegin Lesley May und Detective Chief Inspector und Zauberer Thomas Nightingale haben mit ihren Verletzungen zu kämpfen. In zwei neuen Fällen steht Peter ziemlich alleine da. Jazzmusiker sterben nach ihren Auftritten auf mysteriöse Weise. Außerdem gibt es schon zwei verstümmelte Opfer einer Killerin. Peter steht vor einem Rätsel. Bei den Ermittlungen lernt er Simone kennen. Das Feuer der Leidenschaft entbrennt. Der Zauberlehrling darf sich nur nicht ablenken lassen. Einer seiner Feinde bedient sich der schwarzen Magie und ist noch lange nicht mit dem Töten fertig.

Mit „Die Flüsse von London“ kann „Schwarzer Mond über Soho“ leider nicht mithalten. Der so charmante, unterhaltsame Humor vom ersten Teil ist auf der Strecke geblieben. Peters Zauberlehrstunden sind ins Hintertreffen geraten, Molly ist nicht mehr so richtig in ihrem Element, und Toby spielt nur noch eine Randfigur. Sehr schade! Der nahtlose Start in den zweiten Teil kommt nicht so interessant rüber. Ein anderer, origineller Anfang wäre besser gewesen. So kommt durch Lesleys Zustand Schwermut auf. Ihre Traurigkeit ist gut nachzuvollziehen. Das letzte Abenteuer hatte ungeahnte Folgen. Peter kann sie nur bedingt trösten, bezieht sie aber in Recherchen ein. Er hat jede Menge zu tun. Die Jazzthematik des ersten Falls nimmt sehr viel Raum ein. Das bremst die Geschichte etwas aus. Es fehlt die Spannung. Stattdessen erfährt man etwas über Polizeiarbeit und Details aus Mollys Leben. Molly bleibt ein interessanter Charakter, kommt aber, wie schon erwähnt, nicht richtig zum Einsatz. Autor Ben Aaronovitch lässt wichtige Informationen aus dem ersten Teil eher unglücklich einfließen. Die Aufklärung der Leser, die „Die Flüsse von London“ nicht gelesen haben, wirkt zu gewollt. Von der Atmosphäre her kann man „Die Flüsse von London“ und „Schwarzer Mond über Soho“ überhaupt nicht miteinander vergleichen. Irgendetwas hat Autor Ben Aaronovitch davon abgehalten, das Niveau und den Unterhaltungswert aufrecht zu halten. Seine Leidenschaft ist nicht mehr zu spüren, die witzigen Sätze und Details fehlen fast völlig. Der Verdacht liegt nahe, dass der zweite Band ein Schnellschuss war. Nichtsdestotrotz sind einem Peter, Nightingale und Co längst ans Herz gewachsen. Eine Trennung kann man sich gar nicht vorstellen und daher behält auch der zweite Band seinen Reiz. Am Ende kommt es zum Showdown. Die Spannung steigt und das aus dem ersten Band bekannte Flair ist zu spüren. Auch eine Überraschung hat die Geschichte noch parat. Sobald Lesley und Nightingale wieder voll in die Story einsteigen, geht es bestimmt auch wieder hoch her. Das Geplänkel zwischen Peter und Lesley ist auch zu kurz gekommen.

Auf dem Cover ist ein Scheinwerfer auf einen bestimmten Ortsteil gerichtet. Neben dem beleuchteten Ort fällt ein in blutrote Farbe getauchter Abschnitt auf. Soho ist nicht ohne. Mit dem Blau als Hintergrund und der auffällig hervorgehobenen Schrift wirkt die Gestaltung passend und ansprechend. Der Titel ist sehr gut gewählt und das Cover hält den Seriencharakter ein. Jazz als Magiespur bleibt nicht das einzige Abgedrehte in der Geschichte. Die Anzahl der Feinde ist Peter noch nicht ganz klar und bis er auch nur einen Hauch einer Ahnung hat, vergeht eine Weile. Dafür gibt es in „Schwarzer Mond über Soho“ mehr Sex. Die Neugierde auf das weitere Geschehen siegt, und man bleibt am Ball. Klar, dass Peter sich das ein oder andere Mal in Schwierigkeiten bringt. Seine Spontaneität macht ihn noch sympathischer. Der dritte Band „Ein Wispern unter Baker Street“ wird sicherlich wieder die hohen Erwartungen erfüllen können.


   

Martina Ernst, Grosse-Literatur.de
 
 
weitere Titel von Ben Aaronovitch bei Grosse-Literatur.de:
Die Flüsse von London
Ein Wispern unter Baker Street
Der böse Ort
 
 
 
 
   
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