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| Nicolaus Equiamicus (Hrsg.) |
| Von Unholden und Hexen |
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| Klapptext: |
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| Wir beurteilen die Sitten und Lebensverhältnisse, welche vor vier- bis fünfhundert Jahren herrschten, gerne nach heutigen Maßstäben. Deshalb erscheint uns das Zeitalter der Hexenverbrennungen als ein dunkles und düsteres. Aber das ist falsch!
Es war die Zeit großer Namen wie Luther, Kolumbus, Bach, da Vinci und Shakespeare! Um die wahren Hintergründe von Hexenverbrennungen, Hexenwahn und anderen Ereignissen zu verstehen, ist ein Studium der Originalquellen am besten geeignet. Deshalb gibt es die Schrift «Von Unholden und Hexen» nun endlich in einer lesbaren Bearbeitung.
Sie gehört zu den ersten Hexentraktaten, die nach Bekanntgabe der Hexenbulle Papst Innozenz’ VIII. aus dem Jahre 1484 verfasst wurden. Nur kurze Zeit vorher, 1487, war der berühmt-berüchtigte Hexenhammer der Inquisitoren Heinrich Institoris und Jacob Sprenger erschienen. Mit diesem wurde auch das Werk Molitors, das zuerst in Latein und noch im gleichen Jahr auch in deutscher Sprache erschien, als maßgebliches Regelwerk zur Hexenfrage sehr bekannt.
Es erlebte nach seinem ersten Erscheinen 1489 bis ins Jahr 1576 noch zahlreiche Nachdrucke. |
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| Biographie: |
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Nicolaus Equiamicus, Jahrgang 1974, hat sich nach zwei Handwerksausbildungen und umfangreichen Studien letztlich der Literatur und der Wissenschaft zugewandt. Die kulturgeschichtlich hoch interessanten Themenbereiche um Okkultismus, Mythologie und Religionsgeschichte sind sein Spezialgebiet; Vampiren, Hexen, Geistern und Dämonen gehört seine besondere Leidenschaft. In seinen Büchern versucht er, den Lesern Geschichte lebendig und unverfälscht nahe zu bringen und lässt dazu gerne die gelehrten Köpfe aus vergangenen Zeiten selbst und unzensiert zu Wort kommen. Neben seiner Sachbuchreihe bei UBooks veröffentlicht er auch Kurzgeschichten und wissenschaftliche Beiträge in verschiedenen Magazinen und Anthologien. Als Abraham Silberschmidt ist er in der Edition Roter Drache und dem Hexenmond-Verlag als Herausgeber verschiedener Vampirtraktate vertreten. |
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| Meine Meinung: |
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Ulrich Molitor war im ausgehenden 15. Jahrhundert als Notar und Jurist am bischöflichen Gericht in Konstanz tätig und ging folglich nicht selten mit als Hexen und Zauberern angeklagten Männern und Frauen um. Seine Schrift „Von den Unholden und Hexen“, die er 1488 verfasste, fand bis Ende des 16. Jahrhunderts Anklang und wurde sogar einige Zeit später noch als Anhang zum berüchtigten „Hexenhammer“ verkauft. Neben dieser berühmten Abhandlung und der vom Papst Innozenz VIII. verfassten „Hexenbulle“ stellt Molitors Traktat somit eines der Standardwerke zum Thema Hexen dar.
Ursprünglich vom Tiroler Herzog Sigismund als Auftragsarbeit angenommen, verfasste Ulrich Molitor seine Abhandlung über die Unholden und Hexen in einem fiktiven Dialog zwischen ihm selbst, Herzog Sigismund und dem damaligen Bürgermeister von Konstanz Konrad Schatz. In dieser Neubearbeitung von Nicolaus Equiamicus, der diese vergessene Diskussion wieder zu neuem Leben erweckte, finden sich außerdem in jener Zeit verfasste Geschichten, die Molitors Meinung unterstreichen sollen.
Zu Anfang dieses Buches gibt uns Nicolaus Equiamicus eine kurze Einleitung in die damalige Zeit, zum Thema Hexen und Teufel und einen kleinen Abriss über das Leben des Autors sowie einige Anmerkungen zu seiner Bearbeitung von Molitors Werk. Hier merkt der Leser, was „Neubearbeitung“ eigentlich bedeutet: eine umfassende Aktualisierung, die nicht nur das Annähern an unsere heutige Sprache bedeutet, sondern auch eine Neuübersetzung aus dem Lateinischen an Stellen, mit denen der Herausgeber mit der zugrunde liegenden Übertragung vorheriger Autoren ins Deutsche unzufrieden war. Nicht zu vergessen, die Suche nach unterstreichenden Geschichten einiger Hexenprozesse, die die zweite Hälfte dieses Buches ausmachen.
Wer dieses Buch als spannende Lektüre vermutet, wird enttäuscht sein. Zum einen macht es die frühneuhochdeutsche, kurz angestaubte, Sprache Molitors unmöglich die Seiten im gewohnten Tempo zu lesen. Ich für meinen Teil musste ganze Absätze mehrmals lesen um sie zu verstehen, trotz Neubearbeitung (sicherlich hätte ich ohne diese das Buch schnell wieder aus der Hand gelegt). Das Folgen der Anmerkungen des Herausgebers wird erschwert durch Fußnoten, die nicht am Fuß der Seite, sondern am Ende des Buches zu finden sind, was häufiges Blättern nötig macht. Irgendwann habe ich mir nicht mehr die Mühe gemacht diesen Bemerkungen zu folgen.
Ungewöhnlich für unsere heutige Zeit ist das Besprechen von Für und Wider, deren Ergebnis bzw. abschließende Meinung erst am Ende von Molitors Abhandlung zu lesen ist und der Leser so von Dialog zu Dialog vertröstet wird.
Hingegen einfacher zu lesen sind die reichlich zusammengetragenen Geschichten von Nicolaus Equiamicus, die uns das Denken der damaligen Zeit etwas näher bringen, wenngleich man annehmen darf, dass vieles von den damaligen Autoren ausgeschmückt wurde. Hier lesen wir von echten Schicksalen, von Beschuldigten, die vielleicht wirklich nur Kräuterweiblein waren und von Aberglaube und Andichtung.
Eine interessante Lektüre, die nicht nur den damaligen festen Glauben an Gott und den Teufel vermittelt, sondern vorallem auch Beispiele für Aberglaube und willentliche Verunglimpfung liefert; viel Stoff zum Nachdenken also.
Ich glaube „Von Unholden und Hexen“ ist ein Buch, dass man mehrmals lesen muss um die Natur und das Denken jener vergangenen Zeit zu verstehen. Manchmal bleibt dem Leser nur ein Kopfschütteln, ein Staunen und Erschüttern. |
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| weitere Titel von Nicolaus Equiamicus (Hrsg.) bei
Grosse-Literatur.de: |
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| Die Geisterwelt |
| Daemonolatria oder Teufelsdienst - Nicolas Rémy |
| Kleines Rezeptbuch der historischen Tinten |
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