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| Dörthe Binkert |
| Weit übers Meer |
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Verlag: dtv
Format: Paperback, 340 S.
ET: 10 / 2008
Preis: 14,90 €
ISBN: 978-3-423-24693-4
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| Klapptext: |
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Antwerpen, am Abend des 23. Juli 1904. Eine Frau von nicht einmal dreißig Jahren geht - nur mit einem langen weißen Abendkleid und ein paar Diamant-Ohrringen bekleidet - an Bord eines Überseedampfers. Sie hat kein Gepäck, keinen Pass, kein Geld und keine Papiere. Am nächten Morgen meldet sie sich als Blinde Passagierin beim Kapitän. Wer ist diese Frau? Welches Geheimnis verbirgt sie?
Neun Tage ist das Schiff unterwegs nach New York, und in dieser Zeit entfaltet sich unter den Passagieren der Ersten Klasse ein subtiles Drama, vom dem am Ende keiner ganz unberührt bleibt ... |
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| Biographie: |
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| Dörthe Binkert, geboren in Hagen/Westfalen, wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte dort Germanistik, Kunstgeschichte und Politik. Nach ihrer Promotion hat sie dreißig Jahre lang für große deutsche Publikumsverlage gearbeitet. Seit 2007 ist sie freie Autorin und lebt heute in Zürich |
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| Unsere Meinung: |
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Dörthe Binkert ist es gelungen einen Roman über eine wahre Begebenheit zu schreiben, der besonders durch die sensible Zeichnung der Protagonisten hervorsticht. Der Leser setzt sich in „Weit übers Meer“ vor allem mit dem Gesellschaftsleben des beginnenden 20. Jahrhunderts, der damaligen Sichtweise auf die Dinge, der Stellung der Frau sowie dem „Wachwerden“ von manchem Passagier der „Kroonland“ auseinander. Hier vermag der ein oder andere Charakter mehr zu bestechen als andere und doch ist es jeder einzelne Protagonist, der einen besonderen Einfluss auf diese Geschichte ausübt und sie schließlich zu einem Ganzen macht.
Antwerpen am 23. Juli 1904. Der Ozeandampfer „Kroonland“, der von Antwerpen gen New York aufbricht, hat die unterschiedlichsten Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten an Bord sowie einen blinden Passagier, der schon beim Betreten des Schiffes das Aufsehen erregt. Die „Dame in Weiß“, Valentina Gruschkin, sieht in ihrem weißen Abendkleid aus wie eine Göttin und alle, Männer wie Frauen, sind gefangen von ihr. Doch Valentina ist innerlich verzweifelt, zerrüttet und fühlt sich unendlich verloren.
Der Bildhauer Henri Sauvignac, der sich auf dem Weg zur Weltausstellung in St. Louis befindet, ist von ihr ebenso fasziniert, wie Thomas Whiterspoon, der in Valentina die Liebe seines Lebens erkennt. Aber ebenso hat es Henri die 26-jährige Billie Henderson angetan, die in Begleitung von Mr. Brown die Reise angetreten hat. In welcher Verbindung zueinander stehen Billie und Mr. Brown? Und warum weint Billie in Henris Armen?
Die 16-jährige Lily Mey - an ihren Rollstuhl gefesselt - hat ganz eigene Träume, sie will Physik und Astronomie studieren - von einer Heirat hält sie nichts. Mit einer besonderen Menschenkenntnis gesegnet, beobachtet sie unbemerkt das Geschehen auf dem Schiff und deutet die Dinge auf ihre Weise ...
Die „Dame in Weiß“, die 1904 an Bord der „Kroonland“ als blinder Passagier nach New York aufbrach, gab es wirklich, wie uns die Autorin in der Nachbemerkung erzählt. Das Schicksal dieser rätselhaften Frau hat die Autorin so fasziniert, dass sie uns mit „Weit übers Meer“ erzählt, wie sich das Geschehen hätte zutragen können. Und man muss zugeben, dass es Dörthe Binkert bestens gelungen ist, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen, und den Leser in das Leben der Passagiere einzubeziehen.
Auch wenn die Charaktere durchaus vielschichtig und farbig gezeichnet sind und den Leser in ihre eigene Welt, mit ihren Konventionen, Zielen und Träumen, zu entziehen vermögen, besteht das Buch nahezu aus nichts anderem. Sicher, von Valentina und anderen Charakteren wie Henri oder Billie geht ein gewisser Reiz aus, dem sich auch der Leser kaum verschließen kann, und doch habe ich persönlich ein wenig mehr Handlung, mehr Spannung erwartet. Leider plätschert das Geschehen mehr so dahin und es fiel mir nicht besonders schwer das Buch zur Seite zu legen.
Sicher mag es Leser geben, die gerade wegen der einfühlsamen Zeichnung der Charaktere, deren inneren Veränderung sowie der gelungenen historischen Art das Buch lieben werden. Ich persönlich habe das Fieber vermisst, das mich schon mal überfällt, wenn mich ein Buch richtig gefangen nimmt.
  
Sandra Kuhn, Redaktion Grosse-Literatur.de
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